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Smartwatches auf der Baselworld: Der Kampf ums Handgelenk hat gerade erst begonnen

Zunächst winkten die Uhren-Hersteller bei Smartwatches ab, jetzt rücken sie immer tiefer ins neue Geschäft vor. Druck machen auf der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld vor allem die Mode-Marken, die einen Massenmarkt bedienen.

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Smartwatches: Der Kampf ums Handgelenk hat gerade erst begonnen

(Bild: Baselworld)

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Computer-Uhren wurden erst als das nächste große Ding nach dem Smartphone gefeiert. Und dann als Flop abgestempelt, nachdem die Verkäufe der ersten Modelle sich in Grenzen hielten. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen.

Die beiden großen Tech-Player in dem Bereich - Apple mit seiner Watch und Google mit der für alle Hersteller offenen Plattform Android Wear - haben das Gerät am Handgelenk als gute Schnittstelle für ihre Assistenten ausgemacht. Siri ist seit der ersten Apple Watch im Frühjahr 2015 über die Uhr ansprechbar, Google baute den Assistant jüngst in Android Wear 2.0 ein. "Wir sehen großes Potenzial, wie der Assistant hier wirklich nützlich sein kann - wenn er im richtigen Moment auf dem Handgelenk 'anklopft' und sagt: 'hier ist die Information'", sagt Android-Wear-Manager David Singleton.Und es sei ein natürlicher Platz für ein Mikrofon, um sich mit dem Assistenten zu unterhalten.

Rund 1,2 Milliarden Uhren werden pro Jahr verkauft, nur einige Dutzend Millionen davon sind bisher Smartwatches. Unter ihnen ist die Apple Watch seit dem Start im Frühjahr 2015 der klare Marktführer. Doch Google schaut nach vorn und will Android Wear - ähnlich wie die Smartphone-Version des Systems - als bevorzugte Plattform für die große Masse der anderen Hersteller etablieren.

Doch die Smartwatch-Pioniere aus der Tech-Industrie tun sich in dem Marktsegment schwer. So stieg der einstige Google-Partner Motorola zum Beispiel schon wieder aus. Die Uhren-Hersteller hingegen sind empfänglich für die Google-Avancen. Mit TAG Heuer, Montblanc oder Movado setzen auch große Namen der Branche auf Android Wear, zumindest wenn sie das Terrain mit einzelnen Modellen erkunden.

Anbieter von Mode-Marken stürzen sich noch viel mutiger in den neuen Markt. So werden alle Männer-Modelle der Marke "Michael Kors" künftig einen Chip oder einen Touchscreen haben. Dazu gehören unter anderem Hybrid-Uhren, die zwar ein Zifferblatt mit klassischen Zeigern haben, aber zum Beispiel Schritte zählen oder einen Knopf zum Auslösen der Smartphone-Kamera haben, sagte Michael-Kors-Chef John Idol auf der Uhrenmesse Baselworld am Donnerstag.

"In einem Jahr wird Michael Kors die zweitgrößte Smartwatch-Marke in der Welt sein", verspricht er. Der Modeuhren-Gigant Fossil, der neben Michael Kors klassische und vernetzte Uhren 18 weiterer Namen wie Skagen, Armani, Marc Jacobs oder Kate Spade produziert, setzt auch auf Android Wear. Swatch, einer Bastion der Schweizer Branche mit klangvollen Namen wie Tissot, Omega, Longines oder Breguet will aber ohne Google auskommen. Swatch-Chef Nick Hayek kündigte eine eigene Plattform für vernetzte Uhren an.

TAG-Heuer-Firmenchef Jean-Claude Biver versucht, sowohl smarte als auch klassische Uhren im Leben seiner Kunden unterzubringen. "Der Schweizer Uhrenindustrie können Smartwatches gefährlich werden. Der Kunst der Uhrmachers nicht", sagt er. "Menschen wollen Emotionen am Handgelenk." Ob sich nicht aber beides miteinander verbinden lasse? "Nein!". Denn Technologie veralte schnell. "Kunst ist ewig und die Ewigkeit kann nicht mit etwas fusionieren, was obsolet wird. Sie können auch keinen Bordeaux mischen mit Wasser - sie müssen dann zwei Gläser haben." (dahe)