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Snapchat: Aktie fällt trotz Umsatzsteigerung

Die Erneuerung der Snapchat-App sollte dem Messaging-Dienst mehr Nutzer bescheren und den Umsatz steigern. Die neuen Quartalszahlen zeigen zwar eine Umsatzsteigerung, doch der erwartete Zuwachs an Nutzern ist ausgeblieben. Die Börse reagiert empfindlich.

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Snapchat ist der Jugend-Trend der Stunde

(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)

Die Neugestaltung der Foto-App Snapchat, die das schwächelnde Wachstum wieder ankurbeln sollte, hat versagt. In den vergangenen drei Monaten kamen nur vier Millionen täglich aktive Nutzer hinzu. Analysten hatten eher mit sieben Millionen gerechnet.

Der Chef der Entwicklerfirma Snap, Evan Spiegel, machte für die Probleme die Umgestaltung verantwortlich – sieht aber "Zeichen einer Stabilisierung" zumindest bei der iPhone-App. Snap hatte zum Quartalsende 191 Millionen täglich aktive Nutzer. Die Snap-Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Dienstag um mehr als 14 Prozent auf gut zwölf US-Dollar, mittlerweile liegt sie nur bei knapp 12 US-Dollar. Sie war im März 2017 noch für 17 US-Dollar an die Börse gebracht worden.

Rote Zahlen

Snap konnte den Umsatz zwar im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 230,67 Millionen US-Dollar, umgerechnet 191,73 Millionen Euro, steigern – aber auch hier war am Markt mehr erwartet worden. Für das laufende Vierteljahr stellte die Firma zudem deutlich geringere Wachstumsraten in Aussicht. Mit einem Verlust von 385,8 Millionen US-Dollar steckt Snap weiter tief in den roten Zahlen. Im Vorjahresquartal hatte sich unter anderem im Zusammenhang mit dem Börsengang ein Riesenverlust von 2,2 Milliarden Dollar angesammelt.

Snapchat wurde ursprünglich mit von alleine verschwindenden Fotos bekannt, will aber auch verstärkt zur Plattform für Medieninhalte werden. Die Umgestaltung der App sollte die oft unübersichtliche Snapchat-Bedienung vereinfachen – mit dem Ziel, neben dem Kernpublikum aus Teenagern auch etwas ältere Nutzer anzulocken. Außerdem wurden private Beiträge von Medieninhalten getrennt.

Die neue App kam aber nicht gut an. Eingefleischte Nutzer kritisierten sie, nach der Einführung ging die Aktivität auf der Plattform zurück. Es gebe noch viel zu tun, um das neue Design zu optimieren, sagte Spiegel und verteidigte es zugleich. Durch die Abtrennung der Medieninhalte müssten Freunde nicht mehr um Aufmerksamkeit mit professionellen Videofilmern kämpfen. Und ältere Nutzer könne Snapchat mit dem neuen Design besser halten. (olb)

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