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Social Network für Kranke arbeitet mit Medikamentenriesen zusammen

Der US-Anbieter PatientsLikeMe hat eine Art Datenflatrate mit einem Pharmakonzern abgeschlossen. Der darf nun uneingeschränkt forschen.

In den USA existiert bereits seit 2004 ein spezielles soziales Netzwerk für chronisch Kranke. PatientsLikeMe soll ein Selbsthilfeangebot sein, aber auch Forschung befördern. Nun hat die Firma ihren ersten großangelegten Vertrag mit einer Pharmafirma geschlossen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Genentech, die Biotechnikfirma aus South San Francisco, die 2009 von Roche geschluckt wurde, bekommt dadurch nun vollen Zugriff auf die gesamte Datenbank – für fünf Jahre.

Die Zusammenarbeit mit Genentech ist nicht das erste Mal, dass PatientsLikeMe mit der Industrie kooperiert. Doch so breit waren diese Kooperationen bislang nie angelegt. "Vorher gab es immer einen eingeschränkteren Fokus", so Mitbegründer Ben Heywood, "etwa zu einer bestimmten Forschungsfrage oder einem spezifischen Krankheitsbereich".

Die Kooperation mit Genentech ist nun eine Art "Flatrate". Der Pharmakonzern bekommt Zugriff auf alle Informationen, die PatientsLikeMe-Mitglieder eingeben, ohne dass ein neuer Vertrag geschlossen werden müsste. Auch muss Genentech nicht mitteilen, wenn sich der Forschungsschwerpunkt verändert. "Das erlaubt eine schnellere Echtzeitnutzung unserer Daten", sagt Heywood.

Wie viel Genentech für sein "Abo" bei PatientsLikeMe zahlt, wurde bislang nicht kommuniziert. Die Daten sollen keine direkten Rückschlüsse auf Patienten erlauben, Namen und E-Mail-Adressen werden getilgt. Heywood hofft nun, dass der Deal mit der Roche-Tochter nur der erste seiner Art ist. PatientsLikeMe strebe weitere große Verträge mit Pharmaunternehmen an.

PatientsLikeMe hat derzeit rund 250.000 Menschen mit chronischen Krankheiten als Mitglieder. Sie teilen untereinander Informationen zu Symptomen oder Behandlungsformen und tauschen sich über Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung aus.

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