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Social Networking weckt Neugierde der Geheimdienste

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Recherchen des US-Magazins "New Scientist" zufolge finanziert die National Security Agency (NSA) Forschungsarbeiten, um personenbezogene Informationen en gros aus sozialen Netzwerken herunterzuladen und zu verarbeiten. Der US-amerikanische Geheimdienst war Anfang des Jahres ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, als herauskam, dass die NSA über Jahre hinweg ohne rechtliche Legitimation Terrorverdächtige überwacht hat. Weiterhin ist schon länger bekannt, dass die NSA verstärkt auf Methoden zur sozialen Netzwerkanalyse setzt.

Seit Jahren arbeiten Web-Entwickler darauf hin, dass Web-Inhalte semantisch besser strukturiert sind. Ein Bestandteil dieser Bemühungen ist das Resource Description Framework (RDF), ein XML-Format zum einheitlichen Aufbau von Datensätzen. Die RDF-Struktur könnte Geheimdiensten dabei helfen, personenbezogene Daten zu erfassen und mit Datensätzen von Banken und anderen Organisationen zu verbinden.

Der Verdacht des NSA-Interesses mag schon länger im Raum stehen, doch New Scientist bietet erstmals Belege. Der wissenschaftliche Aufsatz "Semantic Analytics on Social Networks" [PDF-Link] beschreibt Methoden, um die Verknüpfung von Daten aus Online-Communities wie MySpace dazu zu nutzen, um mehr über Personen und deren Beziehung zueinander zu erfahren.

In den Anmerkungen am Ende des Dokuments findet sich ein Hinweis, dass die Arbeit der Wissenschaftler von der Advanced Research Development Activity (ARDA) mitfinanziert wird. Bei ARDA handelt es um ein Unternehmen, das NSA-Gelder für Forschungsprojekte vergibt, die "maßgebliche Probleme für die US-Geheimdienste" lösen können. Zu diesen Problemen gehört die Strukturierung der riesigen Datenmengen, die die NSA sammelt. ARDA heißt mittlerweile "Disruptive Technology Office". (ghi)

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