Softbank übernimmt 80 Prozent der Firmenanteile von WeWork

Softbank investiert weiter in WeWork und übernimmt 80 Prozent der Firmenanteile. Gründer Adam Neumann bekommt Beobachterstatus im Aufsichtsrat.

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WeWork: Coworking für Konzerne

(Bild: Torsten Kleinz / heise online)

Von
  • Simon Koenigsdorff

Softbank investiert knapp zehn Milliarden US-Dollar in den Büro- und Co-Working-Vermieter WeWork. Damit übernimmt der japanische Konzern 80 Prozent der Firmenanteile (fully diluted shares). Eine Stimmenmehrheit unter den Aktionären oder im Aufsichtsrat werden die Japaner laut WeWork aber nicht haben, sodass der finanziell angeschlagene Coworking-Anbieter nicht als direktes Tochterunternehmen geführt wird.

Firmengründer Adam Neumann, der wegen dem Vorwurf dubioser Geschäftspraktiken bereits als CEO hatte zurücktreten müssen, werde nur noch Beobachterstatus im Aufsichtsrat haben, heißt es in einer Pressemitteilung von WeWork. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat Neumann sich diesen Schritt mit mehr als 600 Millionen US-Dollar von Softbank bezahlen lassen.

WeWork hatte zu Beginn des Monats seinen geplanten Börsengang abgesagt, mutmaßlich auf Druck von Softbank, die bereits vorher Milliarden über ihren Vision Fund in das einstige Start-up investiert hatten. Das Unternehmen war Anfang des Jahres noch mit rund 47 Milliarden Dollar bewertet worden, inzwischen soll der Wert auf acht Milliarden zusammengeschmolzen sein.

Man wolle trotzdem weiterhin in das Unternehmen investieren, heißt es optimistisch von Softbank-Chef Masayoshi Son: "Es ist nicht unüblich, dass weltweit führende Anbieter disruptiver Technologien auf Herausforderungen im Wachstum stoßen, wie es WeWork nun passiert." Auch die WeWork-CEOs Artie Minson und Sebastian Gunningham ließen in der Pressemitteilung wissen, man könne die Firma nun stabilisieren und wolle sich nur noch auf das Kerngeschäft beschränken, um künftig profitabel zu werden.

WeWork vermietet Coworking-Räume und Büroarbeitsplätze - ursprünglich vor allem in der Start-Up-Szene, inzwischen zunehmend auch an Großkonzerne. Das Unternehmen hatte in den letzten Jahren weltweit stark expandiert, war aber auch für sehr hohe Mietpreise bekannt geworden. In Deutschland gibt es Standorte in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München. (siko)