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Software-"Piraterie" über Tauschbörsen weitet sich aus

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Ähnlich wie die Musikindustrie ist die Software-Branche in hohem Maß von Raubkopien betroffen. Laut dem Verband Business Software Alliance (BSA) werden 36 Prozent aller kommerziellen Programme nicht bezahlt, der dadurch entstehende Verlust soll bei 29 Milliarden US-Dollar liegen. Doch während die Branche ansonsten energisch gegen Raubkopierer kämpft, ist sie im Internet noch recht zurückhaltend, berichtet Technology Review aktuell.

Dabei steigt der Anteil von Software am Datenverkehr in P2P-Tauschbörsen wie KaZaa dramatisch: In diesem Juni machte sie 5,7 Prozent aus, im März noch 3,3 Prozent und im Juni vor einem Jahr nur 1,5 Prozent, hat der Dienstleister BigChampagne gemessen, der Tauschbörsen beobachtet. "Je mehr sich die Breitband-Nutzung durchsetzt und je größer die Festplatten werden, umso mehr Leute schauen in den P2P-Netzen auch nach anderen Inhalten", sagt Eric Garland, Chef von BigChampagne.

Trotz der wachsenden Bedrohung verzichtet die Software-Branche bislang auf öffentlichkeitswirksame Gegenmaßnahmen. Laut Jenny Blank von der BSA werden die Tauschbörsen zwar beobachtet und Unterlassungsaufforderungen an Leute verschickt, die dort Software anbieten. Klagen gegen einzelne Nutzer soll es aber anders als in der Plattenindustrie vorerst nicht geben.

Möglicherweise wäre ein anderes von der Musikbranche abgeschautes Vorgehen auch aussichtsreicher: Erste Labels haben damit begonnen, auf KaZaa legale und bezahlte Downloads anzubieten. Wegen der Angst vor Viren ist der P2P-Vertriebsweg für Software laut Garland sogar vielversprechender: "Den Leuten ist es egal, ob ein MP3-File von Sony stammt oder nicht. Wenn man aber seine Finanzen mit einer Software bearbeiten möchte, will man unbedingt das echte Produkt haben."

Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)