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Software als Unfallvermeider

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In Deutschland und vielen anderen Staaten der Welt ist es verboten, das Mobiltelefon während der Fahrt zu nutzen. Das hält allerdings viele Menschen nicht davon ab, es trotzdem zu tun. In den USA etwa soll es pro Jahr etwa 3000 Tote durch Ablenkungen beim Fahren geben, die Zahl der Verletzten soll bei mehr als 400.000 liegen.

Nun gibt es bereits Apps, die bemerken wollen, ob ein Fahrer sein Telefon bedient. Problematisch daran ist die Erkennung, ob das Telefon vom Fahrer oder einem Beifahrer genutzt wird. Ein Ansatz ist, per Bluetooth ein unhörbares Signal an das Radio zu senden und per Smartphone-Mikrofon zu schauen, ob der linke oder der rechte Lautsprecher lauter – also näher – ist. Eine solche Unterscheidung scheitert etwa in Ländern mit Linksverkehr, zudem muss das Autoradio eingeschaltet und mit einem Bluetooth-Empfänger ausgestattet sein.

Ein Forscherteam der Pacific Northwest National Laboratorys hat nun nach einem Bericht von Scientific American einen anderen Ansatz ausgeknobelt: Durch die fortwährende Unterbrechung der Texteingabe, die sich durch einen mehr oder weniger regelmäßigen Blick auf die Straße ergibt, entsteht ein auswertbares Muster. Zwar gebe es durchaus auch andere Ablenkungen, etwa den Griff zum Autoradio oder das Essen während der Fahrt, doch konnten die Forscher nach dem Bericht Texteingaben deutlich davon unterscheiden.

Eine marktreife Software haben die Forscher nicht entwickelt, auch nahmen an der Studie nur wenige Probanden teil. Zudem dürften nur wenige Menschen, die sich das Simsen während der Fahrt nicht verkneifen können, freiwillig eine Software installieren, die sie davon abhält. Einen echten Sicherheitsgewinn dürfte nur eine bereits vom Hersteller des Telefons auf dem Gerät installierte Software bringen, deren Einsatz zudem gesetzlich vorgeschrieben ist. (ll)