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Software erkennt Gefühle

Computer lernen, menschliche Emotionen zu lesen. Ärger etwa erkennen sie bereits in rund 80 Prozent der Fälle. Aber will man das wirklich?

Gefühle sind ein starker Kommunikationskanal und werden in der Mensch-Maschine-Interaktion immer wichtiger. Doch welche Rolle empathische Computer wirklich einmal spielen werden, hängt davon ab, wie zuverlässig sie Stimmungen oder Affekte erfassen. Ein Assistenzsystem, das Fluglotsen per Gestenerkennung, Eye-Tracking und Mausbewegungen beobachtet und ihre Aufmerksamkeit bei Stress auf mögliche Gefahren lenkt, darf sich deutlich weniger Irrtümer erlauben als eine empathische Figur in einem Computerspiel.

Das Team um Jarek Krajewski von der Universität Wuppertal hat eine Software entwickelt, die eine Stimme je nach Lautstärke, Betonung, Rhythmus oder Tonhöhe als müde oder wach beziehungsweise traurig oder nicht traurig einstuft. Das berichtet Technology Review in seiner neuen Ausgabe 03/2014 (das Heft können Sie online bestellen). „Mit der Stimmanalyse erreichen wir Treffer- quoten um 80 Prozent“, sagt Krajewski. Zum Vergleich: Durchschnittlich sensible Menschen erreichen eine Genauigkeit von etwa 90 Prozent.

Gut entlarven Maschinen deutlich erkennbare Gefühle wie Wut, die sich etwa durch Anschwellen der Stimme verrät. Felix Burkhardt von der Deutschen Telekom hat einen Ärger-Detektor mit rund 80-prozentiger Treffsicherheit entwickelt. Um Anrufe stinksaurer Telekom-Kunden gleichmäßig auf die Hotline-Mitarbeiter zu verteilen, sei das zu ungenau. Doch es reiche, um Probleme zu identifizieren, die Kunden besonders ärgern.

Mehr zum Thema in Technology Review 03/2014:

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