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Technology Review

Software gegen überhöhten WLAN-Stromverbrauch

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Auch wenn sich die Hersteller von Smartphones und anderen tragbaren Kleincomputern mit immer besseren Akkulaufzeiten brüsten, fragen sich viele Nutzer, warum die Realität oft anders aussieht. Nun haben Forscher von zwei US-Universitäten und Microsoft Research India eine überraschende Antwort gefunden: Der Stromsauger sitzt meist nicht im Mobilgerät selbst, sondern in den WLAN-Routern, mit denen es sich verbindet. Einige einfache Änderungen in der Software der Basisstationen könnten das Problem lösen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

"Es ist schon erstaunlich, dass WLANs so viel Strom ziehen", sagt Eric Rozner von der Universität Texas in Austin. Dabei gebe es für die Kommunikation in drahtlosen Netzwerken Routinen für einen Energiesparmodus, um genau das zu verhindern. In ihrer Untersuchung hätten sie aber festgestellt, dass die Technik in vielen Routern falsch eingestellt sei und manche angemeldeten Geräte im Netzwerk benachteilige, so Rozner.

Die Energiespar-Routinen des Netzwerkstandards 802.11 lassen ein mobiles Gerät permanent zwischen Zuständen mit voller und stark reduzierter Leistung wechseln. Selbst für Millisekunden wird ein Gerät in den Ruhemodus geschickt, um Strom zu sparen. Erhält es etwa nach einem Dateiabruf für eine halbe Sekunde keine Antwort aus dem Netzwerk, wird die Leistung heruntergeschaltet. Erst wenn ein spezielles Signal eintrifft, dass die Daten nun übertragen werden können, wacht das Gerät auf und funkt an den Router, mit der Übertragung zu beginnen.

Das funktioniert gut, solange der Netzwerkrechner nur ein Smartphone bedient. Meist sind aber noch andere Geräte wie Laptops angemeldet. Deshalb kommt ein Handy, das seine Bereitschaft für die angeforderten Daten signalisiert hat, mitunter in eine Warteschlange – und zieht in dieser Zeit die volle Leistung. Manche Router sortieren die Warteschlange nicht einmal nach dem Zeitpunkt, an dem ein Gerät einen Datenaufruf verschickt hat. Die Lösung, die Rozner und seine Kollegen ersonnen haben, ist ein System namens "NAPman". In dem gilt für alle Daten: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – und zwar unabhängig davon, ob ein im Netzwerk angemeldetes Gerät gerade im Energiesparmodus ist.

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(bsc)