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Cebit

Software soll Darstellung von Kinderpornografie verhindern

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"Blockieren statt zensieren" ist eine häufig zu hörende Devise, wenn es um die Bekämpfung der Darstellung und Verbreitung von Kinderpornografie auf digitalen Wegen geht. Diesen Ansatz verfolgt auch eine neue Software, die der Hersteller itWatch (Halle 12, C 79) für das Bündnis gegen Kinderpornografie "White IT" entwickelt und zusammen mit dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) auf der CeBIT vorgestellt hat.

Die "White IT Edition" der itWatch Security Suite basiert auf den Endpoint-Security- und Device-Control-Produkten des Münchner Herstellers. Die Software soll auf Rechnern gespeichertes Video- und Bildmaterial beim Öffnen der Datei auf strafrechtlich relevante Inhalte mit einem Hashverfahren überprüfen. Bei Übereinstimmung erfolgt zentral oder lokal eine Systemreaktion: Die Datei kann gelöscht oder verändert werden.

Falsch-positive Ergebnisse soll es laut itWatch nicht geben, denn Grundlage der Entscheidung sei ausschließlich Material, das bereits als strafrechtlich relevant klassifiziert wurde. Die dafür erforderlichen Hashwerte sollen Ermittlungsbehörden liefern. Ein Verfahren dafür hat itWatch schon entwickelt, eine konkrete Vereinbarung mit den Behörden gibt es aber noch nicht. Denn derzeit laufen noch rechtliche Prüfungen, ob und unter welchen Bedingungen die Behörden die Hashwerte weiterleiten dürfen. Ein Rechtsgutachten soll alle offenen Fragen beantworten, denn, so betonten Innenminister Schünemann und itWatch-Geschäftsführer Ramon Mörl auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, man wolle, dass alles "rechtlich sicher" sei.

Um die Software auf Rechner von Konsumenten von Kinderpornografie bringen zu können, soll sie nach Vorstellung der Beteiligten Bestandteil des Betriebssystems werden. "White IT" ist derzeit im Gespräch mit dem Bündnissponsor Microsoft. Einfach wird es auf keinen Fall werden, räumt Andreas Koke von itWatch ein. Denn selbst wenn wunschgemäß ein "technischer Anker" in das Betriebssystem integriert wird, gibt es noch viele offene Fragen zu den dann für eine Prüfung erforderlichen Signaturen nebst Updates. Einen Plan B für den Fall, dass die Betriebssystemhersteller nicht mitmachen, gibt es nicht. Umsonst sei die Entwicklung des Produkts dennoch nicht, so Koke, denn man könne wenigstens in öffentlichen Bereichen wie Behörden, Schulen et cetera die Kinderpornografie damit bekämpfen – wenngleich das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sei. Derzeit sind die Bündnispartner aber optimistisch, was die Kooperation mit dem Hersteller des am stärksten verbreiteten Betriebssystem anbelangt.

Über weitere Aktionen und Initiativen kann man sich gleich an mehreren Ständen von Bündnispartnern informieren, an denen "White Hat" Unteraussteller ist: bei Fujitsu (Halle 7, A 28, Hauptstand), Symantec (Halle 2, A 40), it Watch (Halle 12, C 79) und in Halle 12 (Übergang zu Halle 11). Am Samstag, den 10. März ab 10.00 Uhr wird "White IT" in Halle 2 (Stand B 52) die Präventionsaktion "Offline" starten.

(ur)

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