Solarmietanlagen für die Dritte Welt

Die britische Firma Eight19 will Millionen Haushalte in armen Regionen der Welt mit Solarleuchten versorgen. Die Abrechnung erfolgt per Handy.

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Von
  • Ben Schwan

In Afrika beleuchten viele Menschen ihre Häuser in der Nacht noch immer mit einfachen Petroleumlampen. Dabei könnten sinkende Kosten für LED-Lampen, Batterien und Solarmodule in Verbindung mit innovativen Geschäftsmodellen sauberes Licht in diese Haushalte bringen. Davon ist zumindest das Start-up Eight19 aus dem britischen Cambridge überzeugt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die junge Firma hat deshalb ein Technikpaket geschnürt, das sich auch Menschen mit wenig Geld leisten können sollen: Das Set namens "IndiGo" besteht aus einem Solarmodul mit 2,5 Watt Leistung zur Sonnenenergieernte am Tage, einem Lithium-Eisen-Phosphat-Akkusatz als Stromspeicher und zwei LED-Deckenlampen zur Beleuchtung. So muss kein umwelt- und gesundheitsschädlicher Brennstoff mehr im Haus verbrannt werden.

Statt mit höheren Summen in Vorleistung gehen zu müssen, zahlen die Kunden zunächst nur 10 Dollar Startgebühr für die ansonsten deutlich teurere Anlage. Der Rest der Summe wird dann über einen längeren Zeitraum abgestottert – für einen Dollar pro Woche.

Damit sich dies abrechnen lässt, besitzt das System eine kleine Kontrollbox, in die ein Code eingegeben werden muss. Den Code wiederum erhalten die Kunden von einem lokalen Händler: Dort wird eine Karte zum Aufrubbeln verkauft. Die Verifizierung erfolgt anschließend einfach per SMS - in Afrika sind billige Handys mittlerweile weit verbreitet. Nach anderthalb Jahren ist die Anlage abbezahlt und geht in den Besitz des Kunden über. Statt das System dann zurückzugeben, können die Kunden ihre Solaranlage aufrüsten: Mit einem größeren Photovoltaikmodul oder einer größeren Batterie, beispielsweise. Daran passt dann beispielsweise eine Nähmaschine, mit der sich Geld verdienen lässt.

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(bsc)