Solus Version 4.1 aktualisiert Software und unterstützt zusätzliche Hardware

Version 4.1 der Linux-Distribution Solus frischt die mitgelieferten Anwendungen und Arbeitsumgebungen auf und unterstützt deutlich mehr Hardwarekomponenten.

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Nach der Veröffentlichung der Linux-Distribution Solus 4 im Frühjahr 2019 haben die Entwickler jetzt die Version 4.1 ihrer Startmedien nebst Aktualisierungen bereitgestellt. Dazu zählt neben einer neuen Version des hauseigenen Budgie-Desktops auch der Linux Kernel 5.4.12, der deutlich mehr Hardwarekomponenten unterstützt.

Darunter fallen insbesondere aktuelle Grafikkartenmodelle von AMD, Intel und Nvidia, wie etwa die AMD Radeon RX, die Grafikkerne in Intels Comet-Lake- und Ice-Lake-Prozessoren, sowie die Nvidia RTX 2080Ti. Passend dazu liegt Mesa 19.3.2 bei, das den Standard OpenGL 4.6 erfüllt.

Wie auch den Release Notes zu Solus 4.1 zu entnehmen ist, können sich Anwender in der neuen Version über die vorinstallierten Anwendungen Firefox (72.0.2), Thunderbird (68.4.1) und LibreOffice (6.3.4.2) freuen. Um Mulitmedia-Dateien kümmert sich Ffmpeg 4.2.2, das AV1-Videos mit dem schnellen Dav1d-Dekoder liest. Gstreamer 1.16.2 behebt vor allem zahlreiche Bugs. Die Bibliothek libpng nutzt ab sofort SSE3-Befehle, was wiederum die Dekodierung von PNG-Bildern deutlich beschleunigt. Netzwerkverbindungen betreuen der NetworkManager 1.22.4 und der wpa_supplicant 2.9. Solus unterstützt damit auch den neuen WLAN-Verschlüsselungsstandard WPA3-Personal (SAE).

Um den Systemstart kümmert sich Systemd v244, das automatisch die Cloudflare-DNS-Server nutzt, sofern die Google-Pendants nicht erreichbar sein sollten. Des Weiteren setzt Solus 4.1 die maximal erlaubte Anzahl gleichzeitig geöffneter Dateien nach oben. Dies soll vor allem Gamern die Nutzung von Esync erleichtern, das für einen Geschwindigkeitsschub in von WINE angetriebenen Spielen sorgen soll. Die Solus-Entwickler orientieren sich dabei an den Empfehlungen der "Open Source Gaming Platform" Lutris.

Auf den ISO-Images komprimiert jetzt der ZStandard-Algorithmus das SquashFS-Image. Damit wird das Image zwar größer, die Dekomprimierung läuft jedoch deutlich flotter ab. Solus 4.1 steht in vier Varianten mit den Desktop-Umgebungen Budgie-, Gnome, Mate und KDE Plasma bereit.

Budgie stammt von den Solus-Entwicklern und liegt in der bereits im Oktober 2019 veröffentlichten Version 10.5.1 bei. Sie behebt vor allem Fehler und bringt nur kleine Verbesserungen mit. So sortiert das Menü alle Anwendungen alphabetisch anhand der Spracheinstellungen. Anwender dürfen zudem persistente Arbeitsflächen anlegen, die Budgie nach einem Neustart wieder herstellt.

Die Hinting- und Anti-Aliasing-Einstellungen für Schriften sind jetzt in den Systemeinstellungen in der "Fonts"-Sektion zu finden.

Die Gnome-Variante nutzt Gnome 3.34.3, das die Solus-Macher um zahlreiche Erweiterungen ergänzt haben. Unter anderem kommt "Dash to Dock" und das "Drive Menu" zum Einsatz. Wer sich für die Mate-Edition entscheidet, erhält Mate 1.22 mit dem von den Solus-Entwicklern bereitgestellten Brisk Menu 0.6.1. Die Benutzerverwaltung stellt dort der MATE User Manager, welche die alte Verwaltung in den Systemeinstellungen ersetzt.

Die Plasma-Edition umfasst Plasma 5.17.5, die KDE Frameworks 5.66, die KDE Applications 19.12.1 und QT 5.13.2. Plasma haben die Solus-Entwickler zudem nach ihren Vorlieben konfiguriert. So erkennt Klipper auch Bilder.

Solus funktioniert nach dem Rolling-Release-Prinzip, bei dem die Aktualisierungsverwaltung das System ständig auf dem neuesten Stand hält. Sie basiert zudem auf keiner anderen Distribution ("Build from Scratch"). Die Versionsreihe 4 trägt den Codenamen "Fortitude". (ovw)