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Sonde Hayabusa2: Lander senden erste Bilder von Asteroidenoberfläche

Zwei japanische Landeroboter sind auf dem Asteroiden Ryugu gelandet und senden Bilder. Mindestens einer hat auch bereits den Standort gewechselt.

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Sonde Hayabusa2: Lander senden erste Bilder von Asteroidenoberfläche

Dieses Bild wurde am 22. September während eines Hüpfers von Minerva-II1 aufgenommen. Die weißen Artefakte sind auf die Sonne zurückzuführen.

(Bild: JAXA)

Die beiden japanischen Landeroboter Minerva II sind auf der Oberfläche des Asteroiden Ryugu angekommen. Ihr Zustand ist gut und sie übermitteln mit 32 kbps Daten zur Sonde Hayabusa2, die sie bereits zur Erde weiterleitet. Das teilte die japanische Weltraumagentur JAXA mit, die damit einmal mehr einen Erfolg mit einer Asteroidenmission feiern kann.

Kurz nach Beginn des Landeanflugs (der blaue Teil oben geht auf das Sonnenlicht zurück)

(Bild: JAXA)

Mindestens einer der beiden Rover bewegt sich demnach auch wie geplant über die Oberfläche. Damit erkundet erstmals eine bewegliche Sonde die Oberfläche eines Asteroiden.

Im japanischen Kontrollzentrum sind am Wochenende auch bereits die ersten Farbbilder angekommen, die die Sonden während und nach ihrer Landung am Freitag aufgenommen haben. Obwohl sie teilweise sehr unscharf sind, sind die beteiligten Forscher begeistert. Vor allem ein Bild, das während eines Sprungs über die Oberfläche aufgenommen wurde, hat es den Wissenschaftlern angetan. Es beweist ihnen den Erfolg der Fortbewegungsmethode und ist damit Frucht einer jahrelang vorbereiteten Arbeit.

Die beiden Minerva-II-Kundschafter "Rover-1A" und "Rover-1B" sind Teil der äußerst vollgepackten Mission von Hayabusa2. Mit jeweils vier beziehungsweise drei Kameras ausgerüstet, sollen sie zusammen Stereo-Aufnahmen von der Oberfläche des Asteroiden machen. Sie haben jeweils einen Durchmesser von 18 Zentimetern und sind 7 Zentimeter hoch. Ihre Masse beträgt 1,1 Kilogramm.

Dank eines kleinen Motors können sie über die Oberfläche hüpfen und verschiedene Areale erkunden. Wegen der geringen Gravitation legen sie dabei jeweils rund 15 Meter zurück und bleiben dabei bis zu 15 Minuten ohne Bodenkontakt. Minerva-II1 erledigt das autonomer und entscheidet selbstständig, in welche Richtung es dabei gehen soll.

Hayabusa2: Die Landung der Minvera-Roboter (52 Bilder)

(Bild: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu, AIST)

Die Annäherung

(Bild: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu, AIST)

Neben den beiden Sonden führt Hayabusa2 auch noch den Lander Mascot mit, der in Deutschland und Frankreich entwickelt wurde und bald ebenfalls zur Oberfläche geschickt werden soll. Außerdem soll sich die Sonde dem Asteroiden später selbst noch so sehr nähern, dass sie im dichten Überflug Material von seiner Oberfläche einsaugen und im Jahr 2020 zur Erde bringen kann. (mho)

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