Sonnenoberfläche im Detail: Hochauflösende Bilder veröffentlicht

Mit einem neuen Teleskop wollen Wissenschaftler die Sonnenaktivität viel genauer vorhersagen. Erste Bilder zeigen bislang nie gesehene Details.

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Der bislang detailliertese Blick auf die Sonne

(Bild: NSO/AURA/NSF, CC BY 4.0 )

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Ein neues Teleskop hat in Hawaii seine Arbeit aufgenommen und erste Aufnahmen unserer Sonne gemacht, die deren Oberfläche in bisher unerreichter Auflösung zeigen. Zu sehen sind zellartige, wabernde Strukturen, die jeweils so groß sind wie ganze Staaten auf der Erde. Die Aufnahmen zeigen die enorme Leistungsfähigkeit des Daniel K. Inouye Solar Telescopes, erklären die Forscher. Dabei sei das noch nicht einmal voll ausgebaut, weitere Instrumente sollen in den kommenden Monaten ergänzt werden. Das Teleskop steht auf dem Vulkan Haleakalā auf Hawaiis zweitgrößter Insel Maui.

Auf den Bildern ist das Plasma zu sehen, das die gesamte Oberfläche der Sonne bedeckt, erläutern die Wissenschaftler. Die wabernden Zellen seien dabei die Spuren der Hitze, die aus dem Inneren der Sonne nach außen transportiert werde. Dabei werde das heiße Plasma in der Mitte dieser zellartigen Strukturen nach oben gedrückt, kühle dann ab und sinke dann dort wieder ab, wo dunkle Linien zu erkennen sind. In diesem Prozess werde außerdem das Magnetfeld des Sterns stark beeinflusst und abgelenkt. Mit seiner enormen Auflösung soll das neue Teleskop das nun so genau vermessen wie nie zuvor und damit bei der Vorhersage von Sonnenstürmen helfen.

(Quelle: NSO/AURA/NSF)


Bei seiner Analyse der Sonnenoberfläche und den bislang genauesten Messungen des dortigen Magnetfelds soll das neue Teleskop nun dabei helfen, genauere Vorhersagen der Sonnenaktivität zu ermöglichen. Dabei ergänzt das bodengestützte Teleskop die beiden Weltraumsonden Parker Solar Probe (NASA) und den Solar Orbiter, den die ESA in wenigen Tagen starten will: "Diese Bilder sind nur der Anfang", meint denn auch David Boboltz von der National Science Foundation der USA. In fünf Jahren wird das Daniel K. Inouye Solar Telescope mehr Daten gesammelt haben als alle Sonneninstrumente seit Galileo Galilei zusammen, ordnet er noch ein. Die Forscher warten nun auf die ersten Sonnenflecken des nun kommenden Sonnenzyklus.

(Quelle: NSO/AURA/NSF)

Das Daniel K. Inouye Solar Telescope hat einen Spiegel mit einem Durchmesser von vier Metern – so groß ist kein anderes Sonnenteleskop. Gleichzeitig kommt damit aber auch jede Menge Solarenergie in dem Gerät an, das deswegen aufwändig gekühlt werden muss. Unter anderem wird an dem 3000 Meter hohen Standort jede Nacht Eis produziert, das dann tagsüber zur Kühlung der Instrumente genutzt wird. Außerdem trägt auch die speziell dafür ausgestattete Kuppel ihren Teil zur Kühlung bei. (mho)