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Sony-Chef entschuldigt sich

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Sony-Chef Howard Stringer hat sich erstmals öffentlich zu dem Hackerangriff auf Sonys Playstation Network (PSN), den Musikdienst Qriocity sowie Sony Online Entertainment (SOE) zu Wort gemeldet. In einem vom deutschen Playstation-Blog veröffentlichten Brief erklärt Stringer: "Wir als Firma – und ich persönlich – entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und Sorgen, die durch die Attacke entstanden sind." Das Unternehmen werde alle Ressourcen nutzen, um "jedes Detail" über die Art und die Auswirkungen des Angriffs herauszufinden.

Derzeit gebe es keinen bestätigten Hinweis auf einen Missbrauch von Kreditkartendaten oder sonstigen privaten Informationen, erklärt Stringer. Zunächst sollen US-amerikanische Kunden des PSN und von Qriocity mit einer Identitätsdiebstahl-Versicherungspolice über je 1 Million US-Dollar pro Nutzer geschützt werden. Derartige Programme für andere Regionen sollen in Kürze folgen.

Vorige Woche hatte Sony bekannt gegeben, dass das PSN und der Video- und der Musikservice Qriocity Ziel von Hackerangriffen geworden ist, bei dem Kundendaten entwendet wurden. Diese Woche wurde außerdem bekannt, dass auch Sonys Computerspieledienst SOE Ziel einer Attacke geworden ist. Insgesamt sind gut 100 Millionen Sony-Kunden betroffen. Daraufhin haben sich unter anderem die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und die EU-Justizkommissarin Viviane Reding eingeschaltet. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Erich Schneiderman will laut einem Bericht der New York Times von Sony Informationen darüber erzwingen, wie das Unternehmen Kundendaten absichert.

Sony war auch dafür kritisiert worden, seine Kunden erst eine Woche nach Abschaltung der betroffenen Dienste informiert zu haben. Stringer sieht dies in seinem Brief als "durchaus verständliche Meinung" an. PSN und Qriocity seien in dem Moment abgeschaltet worden, in dem die ersten Anzeichen eines möglichen Eindringens bemerkt worden seien. Die Experten hätten wegen der Komplexität des Problems einige Zeit gebraucht, um herauszufinden, auf welche persönlichen Informationen zugegriffen wurde. Danach seien die Kunden sofort informiert worden. Unterdessen verbessere Sony seine Sicherheit, schreibt Singer. "Falls es also wieder zu so einer Attacke kommen sollte, wird unsere Verteidigung noch besser sein."

[Update: Sony hatte gemutmaßt, dass die Gruppe Anonymous hinter dem Angriff stecken könnte. Dabei hatte das Unternehmen auf ein Dokument namens "Anonymous" verwiesen, das auf einem seiner Server hinterlegt worden sei; dieses enthalte den Text "Wir sind Legion", ein von Anonymous selbst verwendetes Motto. In einem Weblog-Beitrag weist die Hackergruppe diese Vorwürfe wie schon zu früherer Gelegenheit von sich. Anonymous sei noch nie in ein System eingedrungen, um Kreditkartendaten zu entwenden. Mit dem auf dem Server hinterlegten Dokument solle die Gruppe in ein schlechtes Licht gerückt werden. Die Täter versuchten – wie üblich – eine falsche Spur zu legen.] (anw)