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Sony-Datenbrille will Google Glass Konkurrenz machen Update

Sony-Datenbrille will Google Glass Konkurrenz machen

Sonys neue Mini-Display-Einheit wird an herkömmliche Brillengestelle angebracht und soll diese in eine intelligente AR-Brille verwandeln. Die Sony-Technik soll dabei auch unabhängig von einem Smartphone funktionieren.

Sony

Schlankes Gestell, klobiger Aufsatz.

(Bild: Sony)

Mit einem OLED-Modul für Brillenträger hat Sony in dieser Woche ein Konkurrenzprodukt zu Googles Datenbrille Glass vorgestellt [1]. Das weiße Plastik-Gestell kann mit Clips an herkömmliche Brillengestelle angebracht werden und macht so aus der Sehhilfe eine Brille für erweiterte Realität (Augmented Reality, AR). Die beiden Module an der linken und der rechten Schläfe werden dabei über einen Bügel im Nacken verbunden. Das Sony Gadget wirkt klobiger als Googles Glass und hat dem Konkurrenten in diesem Bereich nichts voraus, denn die Datenbrille des Suchmaschinen-Konzerns kann mittlerweile ebenfalls im Verbund mit Brillengestellen [2] geordert werden.

Im nächsten Jahr will Sony ein Software Development Kit (SDK) veröffentlichen, mit dem Entwickler passende Apps programmieren können. Brillen-Apps, die nur in Verbindung mit einem gekoppelten Mobilgerät funktionieren, sind ebenfalls vorgesehen. Die Entwickler-Gemeinde soll hier laut Sony die Wahl haben: Neben Smartphones soll sich das Sony-Gadget auch mit anderen Geräten wie etwa einer Action-Kamera verbinden lassen. Deren Live-Bild könnte dann im Mini-Display der Brille angezeigt werden.

Als Display kommt ein 800 cd/m2 heller OLED-Bildschirm mit 0,23 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 640 x 400 Pixeln zum Einsatz. Direkt vor dem Brillenglas soll sich dabei der Eindruck einer 16-Zoll-Anzeige aus zwei Metern Entfernung ergeben. Googles Angaben zu Glass lesen sich ähnlich: Der Suchmaschinen-Konzern gibt in den Spezifikationen 25 Zoll aus 2,40 Metern Entfernung an.

In die beiden Bügel der Sony-Peripherie sind außer dem Akku ein elektronischer Kompass, ein Beschleunigungssensor und ein Berührungssensor eingebaut. Angetrieben wird die Technik von einem ARM-Cortex-A7-Prozessor. Als zusätzliche Funktionen sind Bluetooth 3.0 und die WLAN-Standards 802.11b/g/n an Bord. Betrieben wird der Datenbrillen-Aufsatz mit einem 400-mAh-Akku. Zusätzlich zum eigentlichen Brillengestell müssen sich Träger auf ein Gewicht von rund 40 Gramm einstellen.

Neben dem Einsatz bei Sport- und Freizeit-Aktivitäten sieht Sony für seine Technik auch Potenzial für Business-Anwender, etwa zum Hand-freien Lesen digitaler Reperaturanleitungen. Erstmals der Öffentlichkeit vorstellen will Sony sein Konzept unter dem Namen SmartEyeglass Attach! im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) 2015 vom 6. bis 9. Januar in Las Vegas. Die Produktion soll im Laufe des nächsten Jahres beginnen.

Zum Vergleich: Google Glass - gewisse Ähnlichkeiten sind kaum zu übersehen..

[UPDATE, 18.12.2014, 13:15]

Eine frühere Fassung enthielt die Angabe, dass die Google Glass nur in Verbindung mit einem Smartphone bedienbar sei. Das ist falsch und wurde korrigiert. (Denise Bergert) / (axk [3])


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http://www.heise.de/-2499389

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.sony.net/SonyInfo/News/Press/201412/14-118E/index.html
[2] https://www.heise.de/meldung/Neue-Kollektion-fuer-Google-Glass-2215457.html
[3] mailto:axk@heise.de