Menü

Sony Ericsson: Sony macht mit Smartphones alleine weiter

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 87 Beiträge

Der japanische Konzern Sony will den Handyhersteller Sony Ericsson vollständig kontrollieren. Er will daher dem schwedischen Partner Ericsson 1,05 Milliarden Euro für dessen 50-Prozent-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen zahlen. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Unternehmen hervor. Wenn das Geschäft nach allem nun anstehenden behördlichen Prozedere voraussichtlich im Januar 2012 abgeschlossen sein wird, endet eine seit zehn Jahren währende Partnerschaft.

Dieser Schritt war seit Wochen erwartet worden. Sony strebt an, die bisher von Sony-Ericsson produzierten Smartphones in sein Angebot vernetzter Geräte mit Tablets, Fernsehgeräten und PC zu integrieren. Davon sollen die Kunden und das Geschäft profitieren, heißt es. Außerdem werde Sony sein Patentportfolio durch gegenseitige Lizenzierungen mit Ericsson vergrößern.

Mit der Übernahme will Sony dem grundlegenden Wandel des Mobilmarkts in den vergangenen zehn Jahren von einfachen Handys hin zu funktionsreichen Smartphones gerecht werden. In der Zeit hätten für Ericsson als Mobilfunkausrüster die Synergieeffekte abgenommen, während Sony die bisher gemeinsam mit den Schweden produzierten Geräte "nahtlos" mit den anderen Verbrauchergeräten in seinem Angebot abstimmen will.

Sony und Ericsson hatten 2001 ihre seinerzeit unprofitablen Handy-Sparten in dem Gemeinschaftsunternehmen zusammengelegt und 2007 mit dem P1 das erste eigene Smartphone vorgestellt. Das Joint Venture hat in den vergangenen Jahren häufig rote Zahlen geschrieben. Mit der Konzentration auf Android-Smartphones der Xperia-Reihe hat sich das Gemeinschaftsunternehmen zuletzt aber wieder erholen können. Für das dritte Quartal reklamierte Sony Ericsson einen Anteil am Markt für Android-Geräte von 11 Prozent. Erste Gerüchte, Ericsson wolle aus dem Joint Venture aussteigen, waren bereits im Frühjahr 2009 aufgekommen. (anw)

Anzeige
Anzeige