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Sony: Rekordjahr mit Wermutstropfen

Während der Gesamtkonzern wieder gut dasteht, bleibt die Smartphone-Sparte ein Sanierungsfall. Das wird Folgen haben.

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Mitsuya Kishida, Chef von Sonys trudelnder Mobilfunksparte, auf dem MWC 2019.

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

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Der japanische Elektronikriese Sony hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem leichten Umsatzplus seinen Gewinn deutlich steigern können. Die Zukunftsaussichten sind aber nicht mehr ganz so rosig. Das liegt zum einen an und der alternden Playstation und der Smartphone-Sparte, die sich im freien Fall befindet. Hier sind tiefe Einschnitte zu erwarten.

Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2019 am 31. März verbuchte Sony einen Gewinn von 916,3 Milliarden Yen (7,3 Milliarden Euro) – im Jahresvergleich ein Plus von 86,7 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 8,67 Billionen Yen (69,7 Milliarden Euro). Für das gerade angebrochene Geschäftsjahr rechnet der Konzern aber unter anderem angesichts steigender Kosten mit einem Gewinnrückgang um 45,4 Prozent auf 500 Milliarden Yen (4 Milliarden Euro).

Im vergangenen Jahr waren Spiele und Musik die großen Geldbringer, die Smartphone-Sparte macht dagegen fortlaufend Probleme. Sony hat im vergangenen Geschäftsjahr nur noch 6,5 Millionen Smartphones verkauft, im Jahr davor waren es noch mehr als doppelt so viele. Der Marktanteil liegt irgendwo unter 1 Prozent – dabei hatte Sony mal Ambitionen, in die Riege der Marktführer aufzusteigen. Die Sparte fuhr einen operativen Verlust von 97 Milliarden Yen ein.

Sony zieht nun Konsequenzen: Das Smartphone-Geschäft wird in die Elektroniksparte (u.a. Fernseher) integriert. Bis 2020 wolle das Unternehmen im Smartphone-Bereich massiv Jobs abbauen, berichtet die Wirtschaftszeitung Nikkei. Davon könnten bis zu 2000 der rund 4000 Mitarbeiter der Sparte betroffen sein. Einigen Mitarbeitern würden Jobs in anderen Bereichen angeboten, in Europa und China solle es auch Vorruhestandsangebote geben.

Zugleich macht sich auch im Spielegeschäft allmählich das Alter der aktuellen Konsole Playstation 4 bemerkbar: Sony rechnet für die Sparte für das laufende Jahr mit einem Rückgang des operativen Gewinns um rund zehn Prozent. Der Hersteller hatte jüngst die nächste Playstation-Generation in Aussicht gestellt, die allerdings noch nicht in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. (vbr)