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IFA

Sony bringt Google TV nach Deutschland

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Sony will ab Mitte September mit der Auslieferung der ersten Boxen mit Googles Fernseh-Betriebssystem Google TV beginnen. Im Rahmen einer kleinen Veranstaltung in den Räumen der Hamburger Google-Zentrale gewährte das Unternehmen einen Blick auf die ersten Geräte.

Die Google-TV-Box NSZ-GS7 wird, wie die in den USA erhältlichen Vorgänger, mit zwei HDMI-Kabeln zwischen Fernseher und DVB-Settop-Box gehängt und per Ethernet oder WLAN mit dem Internet verbunden. Das Durchschleifen des TV-Signals ist nötig, um TV-Inhalte über die Box parallel mit Internetinhalten anzeigen zu können. Hängt die Box zwischen TV-Tuner und Fernsehgerät, benötigt sie für das Durchschleifen des HDMI-Signals 15 Watt, selbst wenn sie sich im Standby befindet. Betreibt man sie im Deep-Standby, ist die Videoverbindung zum DVB-Receiver gekappt. Wer auf das Einbinden der Live-TV-Inhalte verzichten mag, kann die NSZ-GS7 natürlich auch als reine Surfbox ohne TV-Einblendungen betreiben.

Sony liefert zur Google-TV-Box eine schicke Wendetastatur, die per Bluetooth angebunden wird.

Die Google-TV-Box reagiert flott auf Benutzereingaben. Gesteuert wird sie über eine per Bluetooth angebundene Wendefernbedienung mit integriertem Lagesensor. Auf der Vorderseite findet sich ein Steuerkreuz und ein kleines Touchpad, auf der Rückseite eine hinterleuchtete QWERTZ-Tastatur für Texteingaben. Die wichtigsten Bedienelemente (Lautstärke, Kanalwahl) sind seitlich angebracht.

Auf einen zentralen Bestandteil des Google-TV-Konzepts werden deutsche Kunden vorerst verzichten müssen: In den USA liefert Google detaillierte EPG-Daten, die eine enge Verzahnung von TV- und Netzinhalten ermöglichen und in Kombination mit den mitgelieferten IR-Boostern sogar zur Steuerung von Serienaufnahmen über einen eingeschleiften DVB-Recorder taugen.Ob und wann es die volle TV-Integration auch in Deutschland geben wird, ist nicht bekannt.

Sony NSZ-GS7 Auf einer Pre-IFA-Veranstaltung im Juli zeigte Sony bereits die Settop-Box mit Google TV in einer fast fertigen Ausgabe

Die NSZ-GS7 arbeitet mit der aktuellen Version des Google-TV-Betriebssystems, das auf Android 3.2 aufbaut. Sie bietet Zugriff auf Google Play, die Auswahl der auf Google TV laufenden Apps ist allerdings deutlich eingeschränkt. Nach Angaben von Google existieren Momentan etwa 150 Apps, die speziell für die Verwendung auf Google TV optimiert sind. Eine davon stammt von Sony: Mit der NSZ-GS7 erhält man per App einen direkten Zugriff ins Sony Entertainment Network und kann sowohl Sonys Musik-Abo-Dienst als auch den VoD-Dienst Video Unlimited nutzen. Googles eigener Videodienst Google Play Movies wird über die Box zunächst nicht verfügbar sein.

Sonys NSZ-GS7 kostet 200 Euro. Den Verkauf der 100 Euro teureren Variante mit integriertem Blu-ray-Spieler hat das Unternehmen um ein halbes Jahr verschoben. (sha)