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Sony kauft Cloud-Gaming-Dienst OnLive und macht ihn dicht

OnLive, Pionier fürs Spielen in der Cloud stellt seinen Dienst ein. Teile der Firma werden von Sony übernommen. Nur bis zum 30. April ist der Dienst noch erreichbar, danach werden Accounts und Daten gelöscht.

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Sony kauft Cloud-Gaming-Dienst OnLive und macht ihn dicht

Das OnLive Game System ist nur noch als Briefbeschwerer geeignet. Der Streaming-Dienst stellt seine Arbeit ein.

(Bild: OnLive)

In einer kurzen Mitteilung gibt der Spiele-Streaming-Dienst OnLive sein unmittelbar bevorstehendes Ende bekannt. Sony habe wichtige Teile des Dienstes gekauft, aber nicht vor, diesen weiter fortzuführen. Nur noch bis zum 30. April ist das Spielen über OnLive möglich, danach werden die Server abgeschaltet und sämtliche Daten wie Spielstände, Achievements und Kreditkartendaten gelöscht. Eine Rückerstattung für gekaufte Software und die demnächst nutzlose OnLive-Hardware gibt es nicht.

Über den 2010 gegründeten Dienst ist es möglich, seine bei Steam gekauften Spiele auf Smartphones, Tablets, leistungsschwachen Rechnern und der OnLive-Konsole zu spielen. Das Spiel selbst läuft auf den Servern von OnLive, der Client schickt nur Eingaben und erhält die fertig berechneten Bilder zurück. Für das CloudLift genannte Angebot war eine monatliche Gebühr von 15 US-Dollar fällig. Der Dienst war bis zuletzt nur in den USA erhältlich. Die mit dem eigenen Steam-Account verknüpften Daten bleiben erhalten. Es wird jedoch keine Erstattung für darüber gekaufte Spiele geben, die auf dem eigene Rechner nicht laufen.

Zudem werden die 250 Cloud-Spiele nicht mehr zugänglich sein, die es im Paket für monatlich 10 Dollar gab. Beim Remote-Desktop-Dienst OnLive Desktop gespeicherte Dateien müssen bis Ende April vom Nutzer gesichert werden, bevor sie ebenfalls gelöscht werden.

Details zum Deal mit Sony gibt es nicht, offenbar wurden aber nur einige Teile wie Patente und das Know-How übernommen. Der OnLive-Dienst selbst wird hingegen geschlossen, auch der Support wird laut der Mitteilung schon diesen Monat extrem eingeschränkt werden. Schon 2012 hatte Sony den Konkurrenten Gaikai gekauft, der nun die Grundlage für Playstation Now bildet.

Im August 2012 war OnLive bereits schon einmal in die Insolvenz geschlittert und an einen neuen Investor verkauft worden, der aber den Dienst weiterführte. Die damals an OnLive beteiligte Firma HTC verlor dabei angeblich 40 Millionen US-Dollar. Laut einigen damals entlassenen Mitarbeitern hatte OnLive den Bedarf an Servern und Rechenleistung für die Zahl der Nutzer unterschätzt, die Gebühren reichten nicht zur Finanzierung. Im Laufe der Zeit änderte OnLive mehrfach das Geschäftsmodell, offensichtlich ohne nachhaltigen Erfolg. (asp)

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