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Sony präsentiert ersten 4K-Heimkinoprojektor

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Ab Januar für 18.000 Euro im Handel: Sonys Heimkinobeamer VPL-VW1000ES.

(Bild: heise online )

Während die Fachwelt noch debattiert, ob man 4K-Auflösung tatsächlich benötigt, macht Sony Nägel mit Köpfen: Der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern stellte am Donnerstag in München den ersten "echten" 4K-Heimkinoprojektor vor. Anders als beispielsweise JVCs DLA-X90 soll Sonys VPL-VW1000ES natives 4K-Material verarbeiten können – vorerst allerdings nur Standbilder. Zur Markteinführung des Projektors Ende Januar 2012 soll Sonys Playstation 3 ein Firmwareupdate erhalten, mit dem die Konsole die Ausgabe von Fotos in einer Auflösung von 4096 × 2160 über HDMI lernen soll.

Die Übertragung von bewegten Bildern in 4K sei mit der Konsole aus Hardwaregründen nicht möglich, erklärte Kin Loong Chit von Sony im Gespräch mit heise online. Schon bei der Standbildübertragung müsse man tricksen: So werde das Bild in zwei Durchgängen auf den Projektor geschoben – erst eine Hälfte der Bilddaten, dann die andere, so Chit. Die HDMI-Spezifikation 1.4a sieht zwar bereits die Übertragung von 4K-Videobildern vor. Geräte, die das auch wirklich unterstützen, gibt es aber noch nicht.

Sony-Techniker Kim Loong Chit mit der Konverterbox, die das 4K-Signal aufbereiten sollte.

(Bild: heise online )

Dass nicht die Darstellung in 4K die größte Herausforderung darstellt, sondern die Zuspielung, wurde in München überdeutlich: Die Sony-Techniker wollten ursprünglich die HDMI-Signale von vier Playstation 3 zuerst in HD-SDI konvertieren und das Signal dann mit einer selbstgebauten Konverterbox mit einem einzelnen HDMI-Kabel zum Projektor übertragen. Das klappte – offenbar wegen Synchronisierungsproblemen – nicht, weshalb sich die Präsentation auf hochskaliertes Full-HD-Material beschränken musste.

Die Projektion des VW1000ES war in München im direkten Vergleich mit der des Heimkino-Projektors VW95ES zu sehen, als Quelle diente eine herkömmliche Playstation 3, die über einen HDMI-Verteiler beide Projektoren versorgte. Und tatsächlich war der Unterschied erkennbar, auch aus drei Metern Entfernung. Besonders feine Details zeigte die 4K-Projektion lebensechter und schärfer – was zum Teil aber sicher auch dem im Vergleich zum VW95ES verbesserten Kontrast geschuldet war. Der VW1000ES nutzt ein neu entwickeltes 0,74-Zoll-SXRD-Panel mit einer Pixelgröße von 4 Mikrometern.

Anders als beim VW95ES (rechts) lässt sich beim VW1000ES kein Pixelraster erkennen.

(Bild: heise online )

Der auf einer Bilddatenbank aufbauende Schärfungsalgorithmus im VW1000ES produzierte so gut wie keine Artefakte; während ein hochgezogener Schärfe-Regler im VW95ES schnell zu hässlichen Schatten und Schlieren führte. Dennoch: Was der VW1000ES zu leisten vermag, wird man erst mit echten 4K-Inhalten beurteilen können.

Der neue Sony-Projektor soll in Europa 18.000 Euro kosten. Laut Hersteller kann das Gerät auch 3D-Inhalte wiedergeben, allerdings nicht in 4K-, sondern nur in Full-HD-Auflösung. (jkj)