Menü

Sony schließt E-Book-Store: Ende der Sony Reader in Sicht?

Sony schließt seinen E-Book-Store. Bisherige Kunden müssen ihre E-Book-Bibliothek umziehen und werden künftig zum Konkurrenzangebot von Kobo gelotst. Für die Zukunft der Sony Reader dürfte das kein gutes Zeichen sein.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 159 Beiträge

Sony schließt seinen deutschen Store für E-Books. Wie das Elektronikunternehmen am heutigen Dnnerstag bekanntgab, werden die lokalisierten Shop-Webseiten in Europa und Australien zum 16. Juni geschlossen. In den USA hatte Sony bereits Ende März den eigenen Store dicht gemacht und die Kunden an den Konkurrenten Kobo weitergeleitet.

Ende in Sicht: Bis zum 16. Juni müssen Sony-Store-Kunden ihre E-Books zu Kobo transferieren.

Auch in Deutschland sollen bisherige Sony-Store-Kunden zu Kobo umziehen. Dazu will Kobo Ende Juni an die Bestandskunden von Sony einen Link schicken, über den sie ihre bei Sony gekauften Bücher auf ein Konto bei Kobo transferieren können. Dies ist jedoch nur für solche E-Books möglich, die in beiden Shops verfügbar sind. Alle anderen sind nach dem 16. Juni nicht mehr online verfügbar, der Nutzer muss also selbst für ein lokales Backup sorgen. Das dies nicht nur Einzelfälle betrifft, zeigt eine Stichprobe, die c't im November 2013 durchgeführt hatte: Von 272 im Sony Store verfügbaren Büchern waren nur 222, also rund 80 Prozent, auch bei Kobo erhältlich.

Hat der Sony Reader (hier der PRS-T3) eine Zukunft?

Immerhin: Weil der bei Bestsellern übliche Kopierschutz nicht mit dem Sony-Konto, sondern mit einem Konto des externen Anbieters Adobe verknüpft ist, kann man seine kopiergeschützten Bücher auch in Zukunft ohne Sony-Konto mit anderen E-Book-Readern lesen.

Auf Rückfrage von heise online bestätigte Sony, dass der Kobo Shop künftig auch direkt auf den E-Book-Readern von Sony integriert werden soll. Dazu wird es nach dem 16. Juni ein Firmware-Update für die Lesegeräte geben. Andere Funktionen des Readers wie beispielsweise die Synchronisation von Notizen oder das Senden von Textpassagen an Facebook oder Twitter sollen von der Schließung des Shops nicht betroffen sein.

Der Sony Store, der hierzulande vom deutschsprachigen Unternehmen txtr betrieben wird, hatte in der c't im Vergleich mit anderen E-Book-Webseiten zuletzt gut abgeschnitten – vor allem beim Angebot deutsch- und englischsprachiger Bestseller. Eröffnet worden war der Shop hierzulande mit großer Verspätung erst vor eineinhalb Jahren. Dass er nun so kurz nach Einführung wieder geschlossen wird, deutet auf eine Verabschiedung aus dem Reader-Geschäft seitens Sony hin. Mit den Spitzengeräten von Kindle und Kobo konnte der Sony Reader seit einiger Zeit nicht mehr mithalten, und ohne einen eigenen Bezugskanal für E-Books scheint mehr als fraglich, ob Sony überhaupt noch neue Lesegeräte vorstellen wird. (acb)

Anzeige
Anzeige