Sony startet kostenlosen Musik-Video-Dienst für PS3 [Update]

VidZone streamt kostenlose Musik-Videos auf die Playstation 3. Anwender können Clips von fast 10.000 Künstlern nach eigenen Vorlieben zusammenstellen.

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Von
  • Hartmut Gieselmann

Sony Computer Entertainment hat seinen kostenlosen Streaming-Service für Musik-Videos auf der Playstation 3 gestartet. Das VidZone genannte Angebot startet mit Musikvideos von rund 10.000 gelisteten Künstlern, die der Anwender nach Belieben zu eigenen Playlisten zusammenstellen kann. Finanziert wird der Service über Werbebanner, die im 15-Sekunden-Takt am unteren Bildschirmrand eingeblendet werden. Die für den Dienst verantwortliche Londoner Firma VidZone Digital Media unterhält nach eigenen Angaben Vertriebsvereinbarungen mit Universal Music, Sony Music, Warner Music, EMI sowie 7.500 Independent-Labels.

Während man im umfangreichen Angebot von VidZone stöbert, spielen die Videos von der Playlist in einem Fenster weiter.

(Bild: Sony)

Die Clips werden in voller Länge angeboten, lassen sich aber leider nicht auf Bildschirmgröße zoomen. Bei Videos im 4:3-Format bleiben auf 16:9-Bildschirmen links und rechts schwarze Balken sichtbar. Clips im 16:9-Format sind von allen Seiten von dicken schwarzen Balken umrahmt. Die Bildqualität ist besser als bei YouTube-Clips, erreicht aber kein DVD-Niveau. Der Ton ist hingegen tadellos. Auch die Bedienung läuft angenehm flüssig, wenn auch die PS3-Fernbedienung in der Programmversion 1.01 noch nicht unterstützt wird. Am PS3-Controller kann der Anwender auf Knopfdruck in den Playlisten vor- und zurückspringen und in den Clips spulen. Beim Test an einer DSL-Leitung traten zwischen den Videos keine nennenswerten Verzögerungen auf.

Das Musikangebot ist breit gefächert: In VidZone kann man Britney Spears zusehen, wie sie sich nackig auf einer Saunabank räkelt, Klaus Kinsky, wie er sich zu Techno-Klängen über den Revolutionär Jesus Christus ereifert, oder Patti Smith sich den Sommer-Kannibalen zum Fraß vorwirft. Nur wenige große Namen wie Madonna oder Depeche Mode fehlen. Zum Start werden auf der Hauptseite unter anderem Retrospektiven von Metallica, Eminem und Kasabian angeboten, die neben Videoclips auch Interviews und Live-Mitschnitte umfassen. Im gesamten Katalog kann man alphabetisch stöbern oder sich zu jedem Titel 20 ähnliche Stücke vorschlagen lassen. Eigene Playlisten lassen sich beliebig zusammenstellen und lokal speichern.

Im Nutzungsvertrag muss der Anwender zustimmen, dass er das 16. Lebensjahr bereits vollendet hat und geschäftsfähig ist. Denn jeder Song lässt sich auch für zwei Euro aufs Handy laden. Sony sammelt nach eigenen Angaben nur nicht-personenbezogene Daten über das Alter und das Land, nach denen die Werbebanner kanalisiert werden. Seine E-Mail-Adresse für weitere Produktinformationen muss der Nutzer nicht zwingend weitergeben.

Videos im 16:9-Format lassen sich leider nicht ganz bildschirmfüllend vergrößern.

(Bild: Sony)

Sony will das Playstation Network, über das die kostenlose VidZone-Applikation angeboten wird, in Zukunft auch für andere Sony-Geräte aus der Unterhaltungselektronik öffnen. So ist davon auszugehen, dass der Musikdienst zukünftig nicht nur von der Playstation 3, sondern auch von Bravia-Fernsehern und Blu-ray-Playern sowie mobilen Abspielgeräten und Handys angesteuert werden kann. Offizielle Ankündigungen dazu stehen aber noch aus.

Update: Zunächst hatten wir gemeldet, dass VidZone mindestens eine Auflösung von 720p benötigt und nicht auf Röhrenfernsehern ausgegeben werden kann. Dies trifft nur auf japanische und nordamerikanische NTSC-Konsolen der PS3 zu. Europäische PAL-Konsolen können VidZone auch in den für Röhrenfernseher üblichen Auflösungen 576i und 576p starten. (hag)