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Sony und Toshiba verhandeln über gemeinsamen DVD-Nachfolger

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Kurz bevor die endgültigen Spezifikationen für die HD DVD und Blu-ray Disc fertig gestellt werden, wollen die konkurrierenden Lager die beiden Formate zu einem vereinen. Wie die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun meldet, diskutieren Sony, als Vertreter des Blu-ray-Lagers, und Toshiba, als Entwickler der HD DVD, bereits seit Februar 2005 über Möglichkeiten, beide Formate unter einen Hut zu bekommen.

Mitte April hatte Sony erstmals öffentlich betont, man habe kein Interesse an einem Formatkrieg, erklärte aber damals, es gebe aber noch keine Verhandlungen über ein einheitliches Format. Sony möchte gerne, dass das gemeinsame Format den physischen Disc-Aufbau der Blu-ray Disc und das Software-Format der HD DVD verwendet. Toshiba bevorzugt den Disc-Aufbau der HD DVD und möchte nur die Multi-Layer-Technik der Blu-ray Disc übernehmen.

Bei der Blu-ray Disc ist die Schutzschicht nur 0,1 mm dick, wodurch eine numerische Apertur von 0,85 erreicht wird. In der zweilagigen Variante kann die Blu-ray Disc 50 GByte speichern. Die HD DVD arbeitet hingegen mit einer 0,6 mm dicken Schutzschicht und kann in der zweilagigen Version nur 30 GByte speichern. Die HD DVD hat jedoch den Vorteil, dass bestehende DVD-Produktionsanlagen nur wenig modifiziert werden müssen.

Bisher haben sich die Firmen noch nicht geeinigt, dies sei aber erklärtermaßen das Ziel, da man einen weiteren Formatkrieg unbedingt vermeiden wolle. Ebenso stehe man mit den wichtigsten Filmstudios in Verbindung, um das gemeinsame Format von Hollywood absegnen zu lassen. Sollte es in den nächsten Wochen zu einer Einigung kommen, könnten erste Geräte für das gemeinsame Format bereits 2006 auf den Markt kommen. Fraglich wäre allerdings, ob die bereits für Jahresende angekündigten Geräte für die HD DVD und Blu-ray Disc dann tatsächlich noch auf den Markt kommen. (hag)