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SourceForge, Anzeigen und Adware

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Nach dem Rückzug des Gimp-Projekts von dem Open-Source-Hoster SourceForge hat Roberto Galoppini, Senior Director of Business Development bei SourceForge, die Position seines Unternehmens erläutert. Die Gimp-Macher bieten den Windows-Installer für ihr Grafikprogramm nicht mehr auf SourceForge an, weil im Kontext des Gimp-Downloads verwirrende Anzeigen auftauchten, die unaufmerksame User mit einem prominenten "Download"-Button ködern. Zudem lehnt das Gimp-Projekt den neuen SourceForge-Installer ab, der im Sommer bei Filezilla aufgetaucht war und der während der Installation der heruntergeladenen Open-Source-Software die Installation weiterer Tools anbietet.

Galoppini schreibt dazu, dass SourceForge seine Anzeigen über Werbenetzwerke unter anderem von Google beziehe und dass es in der Tat verwirrende Anzeigen auf SourceForge gegeben habe. Vorigen Monat habe man dafür gesorgt, dass über 200 irreführende Anzeigen von SourceForge verschwunden seien. Allerdings sei der Kampf gegen solche Anzeigen ein andauernder Prozess; Galoppini fordert die SourceForge-User auf, irreführende Anzeigen an die Mail-Adresse blockthis@sourceforge.net zu melden.

Der neue SourceForge-Installer, der im Sommer erstmals bei Filezilla aufgetaucht war, stamme aus dem Anfang Juli angekündigten DevShare-Programm. Es handele sich um ein Angebot an Projekte, die ihre Software über SourceForge zum Download anbieten; derzeit laufe ein Pilottest mit drei Projekten. Grundsätzlich sei es die Entscheidung der Entwickler, ob sie an dem DevShare-Programm teilnehmen wollen; SourceForge werde niemals ohne Einwilligung der Entwickler zusätzliche Angebote mit einem gehosteten Projekt bündeln.

Ziel von DevShare sei es, Einnahmequellen für die Open-Source-Projekte sowie für SourceForge selbst zu erschließen, das seine Hosting-Dienstleistungen kostenlos anbiete. Man habe darauf geachtet, für den Installer einen Partner zu finden, der sicherstellt, dass der während der Installation angebotene Zusatz-Download klar als solcher erkennbar und vom Anwender ablehnbar ist, dass versehentlich mit installierte zusätzliche Software problemlos deinstallierbar ist und dass keine potenziell schädliche Software angeboten wird.

Galoppini ist der Ansicht, dass der SourceForge-Installer in seiner derzeitigen Form grundsätzlich die notwendige Transparenz aufweist. SourceForge wolle das DevShare-Programm jedoch weiter verbessern und fordert die Community auf, sich an der Diskussion zu beteiligen. Man werde keine neuen Projekte in den aktuellen Pilotversuch aufnehmen, bis über mögliche Änderungen und Verbesserungen des DevShare-Programms entschieden sei. (odi)