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Sozialplan bei Motorola Flensburg kurz vor Abschluss

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Im Flensburger Motorola-Werk stehen die Verhandlungen über einen Sozialplan für die 600 zum Jahresende ausscheidenden Arbeitnehmer kurz vor dem Abschluss. Es sei davon auszugehen, dass die Verträge über einen Interessenausgleich an diesem Montag unterschrieben werden, teilte der Vorsitzende der regionalen Industriegewerkschaft Metall, Meinhard Geiken, am Freitagabend mit. Bis dahin sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Belegschaft werde unmittelbar nach der Unterzeichnung informiert.

Motorola hatte Mitte September angekündigt, ein Drittel der 1800 Stellen zu streichen. Ein wesentlicher Teil der Mobiltelefon-Produktion wird aus Kostengründen nach China verlagert. In Flensburg sollen weiterhin die neuen UMTS-Handys produziert und außerdem ein Zentrum für Distribution, Design und Service installiert werden. Dem Unternehmen droht wegen des Arbeitsplatzabbaus möglicherweise die Rückzahlung öffentlicher Fördermittel in Millionenhöhe an das Land Schleswig-Holstein.

Bei den jüngsten Verhandlungen der Arbeitnehmer und -geberseite ging es bisher auch um die Gründung einer Qualifizierungsgesellschaft. Dabei lehnten es die IG Metall und die Vertreter der Beschäftigten ab, die Abfindungen für die zu kündigenden Mitarbeiter mit der Finanzierung einer Auffanggesellschaft zu verrechnen. Darin sollen nach bisher bekannt gewordenen Plänen die ausscheidenden Mitarbeiter zwei Jahre lang für eine neue berufliche Zukunft qualifiziert werden. (dpa) / (mw)