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US-Weltraumstreitkräfte: Trump macht Wahlkampf mit der "Space Force"

US-Präsident Trump hält trotz der Widerstände an dem Plan fest, eine neue Weltraumstreitkraft zu etablieren. Das könnte mit dem Wahlkampf zu tun haben.

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"Space Force": US-Weltraumstreitkräfte sollen schon 2020 kommen

Rechtzeitig zur nächsten US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 will US-Präsident Donald Trump seine angekündigte "Space Force" als Weltraumstreitkraft einrichten. Das hat sein Vize Mike Pence am Donnerstag im Pentagon erklärt. Sie soll die sechste Teilstreitkraft der USA werden und die militärische Stärke der Vereinigten Staaten auf dem Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts sicherstellen, erklärte Pence. Damit werde man "Amerikas Verpflichtung für die Freiheit an diese neue Front" bringen und "die Zeit ist gekommen, um die United State Space Force einzurichten."

Trump hatte die Prüfung zur Einrichtung einer Weltraumstreitkraft vergangenen Monat angeordnet. die Kompetenz zur Schaffung selbst liegt aber nicht bei ihm, sondern beim US-Parlament. Der Widerstand gegen die Pläne ist dabei nicht gering, zum Beispiel in den existierenden Teilstreitkräften, die die um ihre eigenen Kompetenzen fürchten. Auch im Kongress hat sich bislang nie eine Mehrheit gefunden, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Kosten. Zuletzt hatte das Weiße Haus eine Erhöhung des Budgets um 8 Milliarden US-Dollar gefordert.

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Im US-Verteidigungsministerium verwendete Pence zur Beschreibung der geplanten Struktur der "Space Force" einmal mehr die historisch vorbelastete Formulierung, sie werde zu den anderen Streitkräften "getrennt, aber gleich" sein. "Separate, but equal" war ein Grundsatz der Rassentrennung in den USA, wonach für schwarze und weiße Amerikaner getrennte aber gleichwertige öffentliche Einrichtungen bestanden. Für die "Space Force" solle ein "U.S. Space Command" und verschiedene andere Institutionen eingerichtet werden, um sie den anderen Teilstreitkräften gegenüber gleichzustellen, forderte Pence.

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Warum die Weltraumstreitkräfte gerade jetzt eingerichtet werden müssen, erklärte Pence nicht. Er nannte unter anderem die Gründung der Air Force als Vorbild, die US-Luftwaffe wurde aber 1947 erst zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet, in dem sie bereits einen unverzichtbaren Beitrag geleistet hatten. Weiterhin nannte Pence Aktivitäten von Ländern wie Russland, China, Nordkorea und dem Iran auf, mit denen etwa versucht würde, Satelliten vom Boden aus unbrauchbar zu machen. Sogar Hyperschallmarschflugkörper führte Pence in seiner Begründung auf, dabei sind die unter anderem so gefährlich, weil sie so tief fliegen.

Beobachter weisen jedenfalls bereits darauf hin, dass die "Space Force" auch mit Blick auf die nächste Präsidentschaftswahl in den USA vorangetrieben werden dürfte. Dazu passt nicht nur der ambitionierte Zeitplan mit einer Einrichtung im Jahr 2020. Die Wahlkampagne von Trump und Pence verschickte auch noch am Donnerstag eine Mail an die Unterstützer, in der diese aufgefordert wurden, über ein Logo für die "Space Force" abzustimmen – und Geld für den Wahlkampf zu spenden. Außerdem hieß es darin: "Um Präsident Trumps große Ankündigung zu feiern werden wir dazu neue Artikel verkaufen."

Logo-Vorschäge für die "Space Force" (6 Bilder)

Na, wer erkennt die Vorlage?
(Bild: Trump/Pence)

(mho)

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