Menü

SpaceBot Cup: Roboter üben fürs All

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Von

Auch sechsbeinige Laufroboter versuchen sich an der Planetenerkundung im Testgebiet nahe Bonn.

(Bild: Hans-Arthur Marsiske / heise online)

In Rheinbreitbach bei Bonn findet am heutigen Montag und am morgigegn Dienstag der erste deutsche SpaceBot Cup statt. In der Supercrosshalle, in der sonst Motorradfahrer ihre Geländetauglichkeit demonstrieren, zeigen an diesen beiden Tagen Weltraumroboter, wie gut sie fremde Himmelskörper erkunden können.

Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das damit insbesondere die autonomen Fähigkeiten von Weltraumrobotern voranbringen möchte. Zehn Teams wurden ausgewählt und mit jeweils 50.000 Euro beim Bau von Robotern unterstützt.

Spacebot Cup (4 Bilder)

SpaceBot Cup

Der Roboter des Teams NimbRo Centauro orientiert sich mithilfe eines rotierenden Laserscanners, drei optischen Kameras sowie sieben RGB-D-Kameras. Er fährt auf sechs Rädern, der Roboter des Teams SEAR im Hintergrund auf acht. (Bild: Hans-Arthur Marsiske / heise online)

Die Roboter der zehn Teams müssen auf der etwa 20 × 30 Meter großen Wettkampffläche anspruchsvolle Aufgaben lösen: Innerhalb von 60 Minuten gilt es zunächst, drei Gegenstände zu finden. Zwei davon, ein mit Wasser gefüllter blauer Becher und ein gelbes, quaderförmiges Batterie-Pack, sollen dann zum dritten, dem "Basisobjekt", gebracht und auf eine vorgeschriebene Weise mit ihm verbunden werden.

Fernsteuerung ist nicht möglich. Die Teams können die Aktionen lediglich in einem Kontrollzentrum mitverfolgen, wo die Daten mit einer Verzögerung von zwei Sekunden ankommen und die Funkverbindung nach zwanzig und vierzig Minuten jeweils für vier Minuten ganz ausfällt. Jedem Team stehen drei fünfminütige "Checkpoints" zur Verfügung, in denen sie die Systeme fernwarten, also Konfigurationen ändern oder neue Software hochladen können. Zusätzliche Eingriffe werden von der fünfköpfigen Jury mit Strafminuten belegt, ebenso nicht erfüllte Teilaufgaben.

Einige Teams, etwa die TU Chemnitz oder space-bot 21 von der Hochschule 21 in Buxtehude, setzen auf die Kooperation von Boden- und Flugrobotern. Andere versuchen es mit nur einem Roboter, das Team LAUROPE vom Karlsruher Forschungszentrum Informatik (FZI) mit einer sechsbeinigen Laufmaschine, die Berlin-Rockets (FU Berlin) mit einem Sechsbeiner, der wahlweise laufen oder fahren kann – jedenfalls theoretisch. Für diesen Wettbewerb steht der Wechsel zwischen den Bewegungsarten noch nicht zur Verfügung. NimbRo Centauro von der Universität Bonn und SEAR (TU Berlin) setzen ganz auf Räder, einmal sechs und einmal acht.

Als Favorit gilt ARTEMIS vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen, das mit einem sechsrädrigen Rover antritt. Forscher vom DFKI Bremen konnten vor fünf Jahren schon die Lunar Robotics Challenge der ESA für sich entscheiden. Allerdings ging es da um die Fernsteuerung eines Roboters, der in völliger Dunkelheit einen Krater erkunden sollte. Diesmal ist das Gelände gut beleuchtet, dafür sind die Roboter völlig auf sich allein gestellt. Da dürften die Karten ganz neu gemischt werden. Wer will, kann im Internet live dabei sein. (jk)