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SpaceX, OneWeb & Co.: Experten warnen vor zu viel Weltallschrott

Große Firmen planen immer mehr Satelliten. Das Gefahrenniveau für ISS und andere Raumfahrzeuge wächst.

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SpaceX, OneWeb & Co.: Experten warnen vor zu viel Weltallschrott

(Bild: Ms. Tech / Globe: Wikimedia commons)

Weltraumschrott entwickelt sich zur zunehmenden Bedrohung globaler Satellitenbetreiber und der bemannten Raumfahrt. Trotz verbesserter Überwachungsmaßnahmen wird sich daran nichts ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Megakonstellationen: Bedrohung für die Weltraumfahrt"). Im Gegenteil: Immer mehr Satelliten im niedrigen Erdorbit stoßen hinzu, die Zusammenstöße wahrscheinlich machen.

Nahezu die Hälfte des gesamten Weltraumschrotts in der Erdumlaufbahn soll von zwei Ereignissen stammen: Von einer Anti-Satelliten-Testmission der Chinesen im Jahr 2007 und einem ungeplanten Zusammenstoß zweier Satelliten im Jahr 2009.

Doch es gibt Pläne, den vergleichsweise leicht zu erreichenden Low Earth Orbit (LEO) deutlich beengter zu machen. Beispielsweise plant das Satelliten-Start-up OneWeb das Aussetzen von 900 kleinen Satelliten, um Breitband-Internet-Verbindungen in Erdregionen zu ermöglichen, wo diese noch fehlen. Konkurrent SpaceX hat sich gerade die Genehmigung dafür geholt, sogar 12.000 Satelliten im Low Earth Orbit sowie dem Very Low Earth Orbit zu verteilen. Andere Unternehmen wie Telesat und LeoSat haben ähnlich, wenn auch etwas moderatere Pläne.

Dieser schnelle Zuzug neuer Satelliten könnte auf Dauer zu ernsthaften Problemen führen. In einem Paper, das kürzlich beim 69. International Astronautical Congress in Bremen vorgestellt wurde, errechnete Glenn Peterson, Forscher bei der Aerospace Corporation, die Auswirkungen, die mehrere Tausend neue Satelliten haben könnten. Sollten all diese Megakonstellationen wirklich ins All gelangen, rechnet der Wissenschaftler mit über 67.000 Kollisionswarnungen durch die bestehenden Trackingsysteme – im Jahr. Die Betreiber müssten dann Hunderte von vorsorglichen Satellitenmanövern fahren, um die (womöglich auch nur geringe) Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes zu vermeiden.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)