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SpaceX: Start der Falcon Heavy erfolgreich und medienwirksam

Nach dem erfolgreichem Start der Falcon Heavy landeten zwei der drei mehrfach nutzbaren Triebwerke wie geplant, das dritte zerschellte auf offener See. Der mitgeführte Tesla ist derweil auf dem Weg in Richtung Asteroidengürtel.

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Simultane Rücklandung zweier Raketenstufen

Zwei der drei Triebwerke landen wie geplant.

(Bild: Screenshot/SpaceX)

Als SpaceX am Dienstag erfolgreich seine Falcon Heavy Rakete gestartet hat, konnten von den mehrfach nutzbaren Triebwerken nicht alle planmäßig wieder auf der Erde landen. Die Oberstufe der Rakete inklusive des roten Tesla von Elon Musk persönlich befindet sich derweil bereits auf der angestrebten Umlaufbahn um die Sonne.

Die beiden äußeren Triebwerke der riesigen Rakete sind planmäßig an der Küste von Florida gelandet. Das mittlere Treibwerk sollte auf einer schwimmenden Plattform einige hundert Kilometer vor der Küste landen, zerschellte mangels Treibstoff mit 500 km/h auf der Wasseroberfläche, berichtet die BBC. Die Wiederverwendbarkeit der Antriebsraketen ist für SpaceX äußerst wichtig, da das Unternehmen nach eigenen Angaben so die Kosten für den Raumtransport verhältnismäßig günstig halten kann.

Falcon Heavy gestartet (12 Bilder)

Der erste Start einer Falcon Heavy

Am 6. Februar 2018, 15:45 Uhr Ortszeit Florida war es so weit.
(Bild: Screenshot/SpaceX)

Die mitgeführte Nutzlast der Falcon Heavy steuert unterdessen in Richtung Mars. Dazu musste die Oberstufe insgesamt drei Mal gezündet werden, erklärte SpaceX. Die dritte und letzte Zündung erfolgte erst nach einer längeren Flugphase. Auf Twitter teilte Elon Musk mit, dass sein Tesla inzwischen auf einem Orbit unterwegs ist, der den des Mars überschreitet und ihn bis zum Asteroidengürtel führen wird.


Dieser Tesla sorgt in den sozialen Medien aber auch für Gesprächsstoff. Der gebrauchte Roadster wird wahlweise als Weltraumschrott, geniales Marketing oder übliche Testmasse kritisiert beziehungsweise gelobt. Als Testmasse werden üblicherweise Beton- oder Metallblöcke verwendet, hatte Musk erklärt: "Es ist ein kindischer Spaß, aber kindische Späße sind wichtig." Solche Testmassen sind bei derartigen Raketentests üblich, auch aus schmerzhaften Erfahrungen heraus: So waren sich die Verantwortlichen beim ersten Testflug der europäischen Ariane 5 so erfolgssicher, dass einsatzbereite Satelliten mitgeführt wurden. Sie überstanden den Fehlstart nicht.

Den Start der Falcon Heavy verfolgten nun 2,3 Millionen Zuschauer auf Youtube live und konnten dabei sogar unterschiedliche Kameraperspektiven wählen. Laut The Verge handelte es sich damit um den zweitgrößten Livestream auf der Videoplattform überhaupt. Mehrere US-Sender übertrugen das Ereignis ebenfalls live. Elon Musk macht die Raumfahrt damit wieder zu einem Massenereignis. Seine Rakete startete von der selben Abschussrampe wie auch die erfolgreiche, bemannte Mondmission Apollo 11.

Der erklärte Plan von SpaceX, bald Weltraumtouristen mit der Falcon Heavy ins All zu bringen, wurde laut US-Medien aber zurückgestellt. Das soll mit der nächsten Raketengeneration, der Big F* Rocket umgesetzt werden. Die Falcon Heavy jedenfalls bringt neues Leben in den aktuellen Wettlauf ins All, den Elon Musk ausruft und an dem sich auch die NASA mit ihrem Space Launch System und Blue Origin beteiligen dürfte. (bme)

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