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Spammer gegen Spammer

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Die US-amerikanische Vereinigung der Direktvermarkter, die Direct Marketing Association, will dem FBI im Kampf gegen E-Mail-Spammer helfen. Einem Bericht der New York Times zufolge will die Direct Marketing Association (DMA) mit Internet-Dienstleistern und US-Behörden zusammen eine Aktionsgruppe namens "Operation Slam Spam" gründen. Deren Aufgabe soll es sein, illegale Spammer ausfindig zu machen und Materialien zu deren Strafverfolgung zu sammeln. Für diese Aufgabe erwartet die DMA von ihren 4700 Mitgliedern eine "Participation Fee" von 65 000 US-Dollar. Ein entsprechendes Schreiben ging den DMA-Mitgliedern am 8. August zu.

Der Hauptgrund für diesen Schritt dürfte darin liegen, die Verabschiedung drakonischer Anti-Spam-Gesetze durch freiwillige Kooperation zu verhindern. Die Beschränkungen der von der DMA unterstützten Gesetzesvorschläge fallen wesentlich milder aus. So schreibt DMA-Chef H. Robert Wientzen in seinem Schreiben an die Mitglieder auch offen, dass die fünfstellige Teilnahmegebühr im Vergleich mit den befürchteten Strafen relativ harmlos sei.

Die DMA wehrt sich mit aller Kraft dagegen, für die Sünden der E-Mail-Spammer büßen zu müssen. Dabei machen die Mitglieder der Direct Marketing Association auch nichts anderes, als Leute ungefragt per E-Mail, Telefon und Post mit Angeboten zu überhäufen. Den Unterschied zur illegalen Konkurrenz sieht die DMA wohl darin, dass sich ihre Mitglieder an die Einschränkungen von Robinson-Listen halten.

Die Operation Slam Spam soll schon im September starten. Die Dringlichkeit der Aktion erklärte der Vorsitzende der DMA der New York Times gegenüber damit, dass Spam natürlich ein ernstes Problem sei, der Kampf gegen den Terrorismus aber wichtiger sei. Für diesen solle die Aktion der Direktvermarkter Ressourcen freimachen. Eine klare Botschaft an die Strafverfolgungsbehörden also: "Sucht ihr lieber nach Terroristen, wir kümmern uns um den Spam." (ghi)