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Sparkassen lehnen Googles Bezahl-System "Wallet" ab

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Eine Kooperation mit Google und dessen Handy-Bezahlsystem "Wallet" komme für die größtenteils kommunalen Sparkassen nur in Frage, wenn deutsche Anforderungen an den Datenschutz erfüllt wären, sagte Wolfgang Adamiok vom Sparkassenverband DSGV dem Magazin Focus. "Das sehen wir derzeit nicht", so der Leiter Zahlungsverkehr vom DSGV. Man setze daher lieber auf den NFC-Chip in der hauseigenen Sparkassencard, für dessen Sicherheit man garantieren könne. "Ähnliches gilt auch für eine direkte Zusammenarbeit mit den deutschen Mobilfunkern", sagte Adamiok. Die Zahlungshoheit und die damit verbundene Datensicherheit müssten immer bei den Banken liegen. Bis Sparkassen-Kunden mit dem Handy bezahlen können, werde es noch länger dauern, heißt es in dem Bericht. Kritiker werfen besonders den öffentlich-rechtlichen Finanzinstituten Verschlafenheit vor.

In dem Bericht heißt es weiter, auch den deutschen Mobilfunkgesellschaften gelinge es bisher nicht, ein eigenes System auf den Markt zu bringen. Die beteiligte Deutsche Telekom habe auf Anfrage eingeräumt, für das Gemeinschaftsprojekt dreier Mobilfunkanbieter mit dem Namen mpass gebe es noch keinen Starttermin. Nach Recherchen des Focus kämen vor allem die Verhandlungen mit deutschen Banken nicht voran, da die Geldinstitute den Mobilfunkanbietern Geld dafür zahlen müssten, wenn Bezahlfunktionen aufs Handy kämen. Eine solche Gebühr lehnten einzelne Banken und Sparkassen aber bisher ab.

Beim Münchner Hersteller von Banknoten und Handy-SIM-Karten, Giesecke und Devrient (G&D), sei man hingegen überzeugt, dass die Anfangsschwierigkeiten des kontaktlosen Bezahlens mit dem Handy (NFC) bald überwunden sein werden. "Ich rechne damit, dass es im Jahr 2015 weltweit mindestens 200 Millionen Handys mit NFC-Technologie geben wird", sagte der Geschäftsführer Mobile Security von G&D, Michael Kuemmerle, dem Magazin.

Die Bahn sei mit ihrem Bezahlsystem "Touchpoint" schon weiter. "Ab 1. November haben allen Kunden, die ein Smartphone mit NFC-Chip besitzen, deutschlandweit die Möglichkeit, mobil und auch im Fernverkehr Zug zu fahren“, wird ein Bahnsprecher zitiert. Bisher funktionierte das (Video des c't-Magazins) erst in einigen Regionalnetzen und nur für Telekom- und Vodafone-Kunden. (jes)

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