Sparkassenverlag: Neuausrichtung im Trustcenter S-Trust

Nach der Deutschen Post streicht nun auch der Deutsche Sparkassenverlag die Segel und gibt das Trustcenter-Geschäft auf.

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(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

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Der Deutsche Sparkassenverlag stellt das Geschäft seines Trustcenters S-Trust um: Man habe sich zu einer Neuausrichtung entschlossen und wolle sich künftig auf das Online-Banking konzentrieren, heißt es auf der Website. Nach dem Aus für das Trustcenter der deutschen Post, die zum 30. Juni die letzten Mitarbeiter entließ, geht damit die Neuordnung unter den Trustcentern weiter.

Derzeit sind nur T-Systems mit TeleSec und die Bundesdruckerei-Tochter mit D-Trust in der Lage, qualifizierte elektronische Signaturen anzubieten, wie sie in der Abfallwirtschaft und demnächst bei den elektronischen Arztbriefen verlangt werden.

Online-Banking statt Trustcenter-Dienstleistungen, das ist die Neuausrichtung des Deutschen Sparkassenverlages. Er hat angekündigt, den Zahlungsdienstleister B+SCard Services komplett zu übernehmen. Im Geschäft mit NFC-basierten Zahlungen sieht man die Zukunft, nicht im Geschäft mit Signaturkarten für die qualifizierte elektronische Signatur. Das Aus für S-Trust ist darum bemerkenswert, weil das Trustcenter die Karten produzierte, die bei der "elektronischen Sammelerklärung", der Abrechung der Ärzte und Psychotherapeuten mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, eingesetzt werden.

Gerade unter den Ärzten sollte der Einsatz von qualifizierten elektronischen Signaturen erheblich zunehmen, da nach dem neuen eHealth-Beschleunigungsgesetz Ärzte ihre Arztbriefe ab dem 1. Juli 2016 elektronisch signieren und versenden sollen. Sie sollen dafür in den Jahren 2016 und 2017 eine Kostenerstattung von 55 Cent pro eBrief erhalten. Ab 2018 soll der Versand von elektronischen Arztbriefen über die telematische Infrastuktur der Gematik für alle Ärzte verpflichtend sein und die Aufwandsentschädigung wegfallen. Ob der ehrgeizige Zeitplan eingehalten werden kann, ist umstritten.

[UPDATE, 30.07.2015, 14:25]

Die in der Meldung getroffene Aussage, dass es nur noch zwei Trustcenter in Deutschland gibt, ist so nicht zutreffend: Neben TeleSec und D-Trust bieten DGN und Medisign Trustcenter-Dienstleistungen nur für Heilberufe an. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. (axk)