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Spekulation um Verkauf der IBM-Halbleiterfertigung

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Die Fab in East Fishkill hat IBM verkauft und wieder geleast.

(Bild: Atreg)

Spekulationen um eine enge Kooperation zwischen der IBM-Halbleitersparte und der AMD-Fertigungsabteilung gab es schon, bevor Letztere unter dem Namen Globalfoundries an arabische Investoren verkauft worden war. Nun liefert der Berater Boris Petrov zahlreiche detaillierte Argumente für seine Einschätzung, dass IBM seine Fertigungswerke an Globalfoundries verkaufen werde.

AMD und IBM kooperieren bereits seit sieben Jahren bei der Halbleiterfertigung; Globalfoundries gehört mittlerweile fest zur IBM Alliance, kann also fast dieselbe Fertigungstechnik anbieten wie IBM selbst. Während Globalfoundries bereits Chartered Semiconductor aus Singapur übernommen hat – für diesen Auftragsfertiger war Petrov selbst tätig –, in Dresden die Fab 1 ausbaut und im US-Bundesstaat New York Milliardeninvestitionen in die gigantische Fab 2 steckt, hat IBM die Kapazität der 2002 fertig gestellten 300-Millimeter-Wafer-Fab in East Fishkill nicht wesentlich erweitert. Dieser IBM-Standort liegt nur etwa 120 Meilen von der neuen Globalfoundries-Fab 2 entfernt.

Einen Teil des Standorts East Fishkill hat IBM unterdessen bereits in einem Sale-and-Lease-Back-Vertrag an die darauf spezialisierte Firma Colliers International/Atreg verkauft.

Wie Boris Petrov darlegt, besitze IBM zwar weltweit führendes Know-how bei der Halbleiter-Entwicklung, habe es aber nicht geschafft, die Kosten der eigenen Fertigung an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Mittlerweile kämen Halbleiterbauelemente vorwiegend in Consumer-Produkten zum Einsatz und müssten deshalb billiger hergestellt werden als früher.

Wenn IBM also die Fertigungssparte an einen zuverlässigen und kompetenten Partner verkaufen könne, stünde dem Geschäft nichts im Weg – IBM könne ja die Entwicklung im eigenen Hause behalten. (ciw)