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Spekulationen über Preis und Rechtemanagement des Zune-Players

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Den Preis des in den USA für Weihnachten angekündigten Festplattenplayers Zune wollte Microsoft noch nicht nennen. Die US-Handelskette WalMart weiß aber offenbar mehr und hat dieses Wissen mit der Öffentlichkeit geteilt. In deren Online-Shop soll der Zune US-Berichten zufolge bereits mit einem Preisschild von 284 US-Dollar (224 Euro) versehen gewesen sein – versehentlich, wie WalMart zerknirscht zugab. Der Preis sei "unrichtig und unabsichtlich" auf der Website gelistet worden, bemüht sich der Discounter um Schadensbegrenzung.

Den Beteuerungen zum Trotz ist der Preis plausibel und liegt im Rahmen der Erwartungen. Experten gehen davon, dass Zune knapp unter 300 US-Dollar kosten und damit in der Nachbarschaft vergleichbarer Geräte der Konkurrenz liegen wird. Der Platzhirsch auf dem Playermarkt, Apple, hatte den Preis für den vergleichbaren 30-GByte-iPod pünktlich zur offiziellen Zune-Vorstellung auf 249 US-Dollar gesenkt.

Während einige Analysten meinen, Apple würde sein Preis-Portfolio nun eher auf Gewinne ausrichten und der Konkurrenz damit die Möglichkeit eröffnen, dem Primus Marktanteile abzujagen, schätzen andere Experten, dass Redmond durch den billigeren iPod unter Druck gerät und die Preisfrage auch deshalb offen gehalten hat. Microsoft stehe vor der Wahl, den iPod um jeden Preis zu unterbieten oder zu hoffen, dass die Features einen leicht höheren Preis auch in den Augen der Kunden rechtfertigen.

Einige dieser Features stehen schon in der Kritik, bevor auch nur ein Zune über den Ladentisch gegangen ist. So können zwei Zunes Dateien auch direkt über Funk tauschen. Microsoft verpackt die so übertragenen Musikstücke oder Videos in einen DRM-Safe, der die Stücke nur für drei Tage freigibt und maximal dreimal abspielen lässt – unabhängig davon, ob das ursprüngliche Material geschützt war oder nicht. Zudem kann Zune zwar vorhandene Mediendateien wie die persönliche Musiksammlung in zahlreichen Formaten importieren, einer Fußnote der Pressemitteilung zufolge allerdings nur ungeschützte Dateien.

Damit würden sich die seit Sommer haltenden Spekulationen bestätigen und Zune nicht Teil der "PlaysForSure"-Strategie sein, die die Kompatibilität zwischen online gekauften Dateien und bestimmter Hardware garantieren soll. Stattdessen setzt Microsoft offenbar auf ein neues Modell und verknüpft Zune mit der ebenfalls angekündigten eigenen Musikplattform. "Das sind zwei sich ergänzende Modelle. Nicht jeder wird einen Zune wollen und nicht jeder PlaysForSure", erklärte Microsoft Vize J. Allard gegenüber Engadget. "Einige Leute wollen ein einfaches System, und das ist Zune. Zune sagt, es gibt keine Auswahl; du kriegst einen Zune-Player, verbindest ihn mit dem Zune-Service und es funktioniert einfach." Unklar ist, ob Microsoft diese Strategie auch für den europäischen Markt verfolgen wird. Zune soll in Deutschland erst 2007 in die Läden kommen. (vbr)

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