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Spendenkampagne für Wikipedia startet

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Derzeit noch recht dezente Textbanner weisen in der Wikipedia auf die vorweihnachtiche Spendenkampagne hin

Alle Jahre wieder: Auf der deutschen Wikipedia hat am Donnerstag die vorweihnachtliche Spendenkampagne begonnen. Wikimedia Deutschland will im laufenden Jahr insgesamt acht Millionen Euro einnehmen, die zum Teil an die amerikanische Wikimedia Foundation weitergereicht werden.

Die Spendenbanner fallen zu Beginn der Aktion noch dezent aus: Mit einem Textbanner wird um Geldmittel für die 200 Angestellten der Wikimedia Foundation und die 800 Server, auf denen die Online-Enzyklopädie Wikipedia und ihre Schwesterprojekte laufen. Eingeloggte Wikipedia-Autoren bleiben zunächst von den Bannern verschont. Die relativ dezente Werbung wirkt: Noch bevor die Spendenkampagne in der englischen Wikipedia begonnen hat, wurden in der Testphase im Oktober schon 2,7 Millionen Dollar von 200.000 Spendern eingenommen.

Insgesamt kamen bei der internationalen Spendenaktion im vergangenen Jahr 25 Millionen Dollar zusammen, die separate Kampagne in Deutschland steuerte 5,2 Millionen Euro hinzu, dazu kamen Großspenden und weitere Einnahmen. Die Gesamteinnahmen der US-Stiftung sollen im kommenden Geschäftsjahr erstmals 50 Millionen Dollar übersteigen. Das Geld wird unter den internationalen Wikimedia-Organisationen aufgeteilt.

Neben dem technischen Betrieb der Wikipedia fließt das Geld in vielfältige Projekte, um die kostenlos arbeitenden Autoren zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise eine Veranstaltung zur – mangelnden – Diversität in der Wikipedia, die Entwicklung neuer Software wie der Fakten-Datenbank Wikidata und Community-Projekte wie der Festivalsommer:Festivalsommer, bei dem freiwillige Wikipedia-Fotografen Musikfestivals dokumentieren, um Artikel über Musiker zu illustrieren.

Die Wikimedia Foundation versucht den sinkenden Autorenzahlen unter anderem mit erhöhtem Engagement in weniger entwickelten Ländern entgegenzuwirken, kann bisher aber noch keine durchschlagenden Erfolge vorweisen. So hat das Projekt Wikipedia Zero zwar international zahlreiche Mobilfunkprovider dafür gewinnen können, die Mobilseiten der Wikipedia frei von Datengebühren abrufbar zu machen. Statt der geplanten 200 Millionen Seitenabrufe pro Monat konnte die Stiftung im letzten Berichtszeitraum nur 12 Millionen Abrufe pro Monat verzeichnen. Die US-Stiftung sucht derzeit eine neue Führung, nachdem die bisherige Chefin Sue Gardner ihren Rückzug erklärt hatte. (jk)

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