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 | Technology Review

Spermazellen mit externer Steuerung sollen Medikamente in Krebszellen befördern

Der Antrieb kommt von den Spermien selbst, die Richtung wird über ein externes Magnetfeld bestimmt: Ein Forscher-Team hat ein vielversprechendes System für den Transport von Wirkstoffen zu ihrem Ziel entwickelt.

Eingespannte Spermazellen sollen Medikamente direkt in Krebszellen befördern

Forscher am Institut für Integrative Nanowissenschaften haben eine vielversprechende Methode für den Transport von Krebsmedikamenten direkt zu Tumoren entwickelt: Sie lassen mit dem Wirkstoff beladene Spermazellen in eine Art mechanisches Geschirr schwimmen, das sie fixiert und beim Auftreffen auf eine Oberfläche wieder freigibt. Weil das Geschirr mit Eisen beschichtet ist, lässt es sich über ein externes Magnetfeld steuern. Wenn es dann Tumorgewebe erreicht, gibt es den Wirkstoff frei, wie Technology Review berichtet.

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Bislang wurde das Verfahren nur mit Spermazellen von Bullen und im Labor getestet, wo es aber gute Ergebnisse zeigte. Die Spermien wurden um 43 Prozent langsamer, konnten sich aber immer noch bewegen, in Krebszellen eindringen und sie mit Hilfe des Wirkstoffs effektiv abtöten. Allerdings stellt sich die Frage, wie gut sich die zugeführte Wirkstoff-Dosis in der Praxis kontrollieren lässt. Hier wird eine sorgfältige Feinabstimmung erforderlich sein.

Spermazellen haben deutliche Vorteile gegenüber anderen Methoden für den Medikamenten-Transport. Bakterien zum Beispiel können starke Immunreaktionen auslösen. Und anders als diese bilden Spermien keine Kolonien, die weitere Probleme auslösen können. Und es gibt noch mehr Vorteile. So schützen Spermien den Wirkstoff vor Enzymen, die ihn abbauen könnten, und sie geben ihre Ladung nicht überraschend frei; dieses Problem kann auftreten, wenn Medikamente in molekularen Käfigen namens Mizellen befördert werden.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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