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Spiegel: Siemens-Kontrolleur belastet

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Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner kommenden Ausgabe berichtet, haben mehrere Ex-Manager ausgesagt, Albrecht Schäfer soll Informationen über mögliche Korruptionsfälle heruntergespielt oder unterdrückt haben. Schon vor einer Woche hieß es, der Konzern wolle sich von Schäfer trennen. Schäfer bestreitet jedes Fehlverhalten. Ein früherer Top-Manager berichtet von einem Gespräch mit dem Juristen, nachdem er erfahren habe, dass in der Kommunikationssparte systematisch bestochen worden sein soll. Schäfer habe ihn zu beruhigen versucht, es könne nichts passieren. Falls etwas hochkochen sollte, seien dies eben die Verfehlungen einzelner Mitarbeiter – die Firma bleibe sauber. Der Manager schilderte auch einen Vorfall von Anfang 2006. Als damals die Schweizer Bundesanwaltschaft die Siemens-Tochter Intercom durchsucht hatte, über die hunderte dubioser Beraterverträge abgewickelt worden waren, habe Schäfer dem Manager einen Stapel Kontenunterlagen mit den Worten übergeben: So etwas müsse man ja nicht unbedingt dem Prüfungsausschuss mitteilen.

Belastet wird Schäfer auch von einem früheren Com-Vorstand. Der wollte gegenüber Liechtensteiner Ermittlern aussagen, Schäfer habe ihm aber abgeraten. Siemens drohe dann womöglich ein Rechtshilfeersuchen an deutsche Behörden. Weder Schäfer noch Siemens wollten sich zu dem Sachverhalt äußern. Schäfers Rolle führte zuletzt gar zum Krach zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Während einige Vorstände ihn, womöglich aus Angst vor möglichen Enthüllungen, halten möchten, fordert Aufsichtsratschef Gerhard Cromme seine Kündigung. (gr)