Menü

Spiel macht glücklich - klinisch getestet

vorlesen Drucken Kommentare lesen 88 Beiträge

WIe das British Medical Journal(BMJ) berichtet, können Jugendliche, die unter Depressionen leiden, ebenso gute Heilungserfolge von einer spezialisierten Computertherapie erwarten wie von der persönlichen Gesprächstherapie mit einem Arzt. Forscher der neuseeländischen Universität Auckland fanden das im Rahmen einer Studie mit 187 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren und mit den Symptomen moderater Depressionen heraus.

Die Studie wurde über einen Zeitraum von drei Monaten an 24 zufällig ausgewählten medizinischen Einrichtungen in Neuseeland durchgeführt, und dabei erhielt eine Hälfte der Probanden die übliche Behandlung durch ärztliche Gespräche, der Rest hatte sich mit dem Computerspiel SPARX zu beschäftigen. Das vom neuseeländischen Gesundheitsministerium finanzierte und speziell für diesen Zweck entwickelte 3D-Fantasy-Spiel gibt jedem Spieler einen individuell anpassbaren Avatar an die Hand, der sich dann sieben Aufgaben wie etwa der Erkennung unvorteilhafter Gedanken stellen soll. Dabei hilft das Spiel durch seine Szenarien und eine passende musikalische Untermalung.

Die Forscher fanden heraus, dass sich die Jugendlichen nicht nur gerne mit dem Spiel abgaben, sondern dass 44 Prozent der Probanden, die wenigstens vier der sieben Aufgaben lösten, anschließend als vollständig geheilt gelten konnten. Die entsprechende Quote bei der herkömmlichen Therapie betrug nur 26 Prozent.

Auch wenn das BMJ vereinzelt durch die Veröffentlichung von Spaßartikeln wie der Beseitigung von Kopfläusen nach der "Pigpen-Methode" (frei nach den Peanuts) auffällt, ist der hier referierte Beitrag durchaus ernst zu nehmen, wie man durch Vergleich mit den angeführten Literaturhinweisen und die Auszeichnung des Spiels mit dem World Summit Award 2011 bestätigt findet. (hps)