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Spiele-Retailer GameStop will 200 Filialen schließen

Wegen roter Zahlen will der Spiele-Retailer GameStop bis zu 200 Filialen schließen. Die Prognose sieht düster aus.

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(Bild: Gamestop)

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Der Spiele-Händler Gamestop zieht Konsequenzen aus seinen schwachen Quartalszahlen. Nach weltweiten Verlusten in Höhe von 415 Millionen US-Dollar sollen noch bis Ende des Jahres 180 bis 200 Filialen geschlossen werden, kündigte Gamestop-Finanzchef James Bell zur Bekanntgabe der Quartalszahlen an. Gamestop unterhält nach eigenen Angaben derzeit 5800 Retail-Läden in 14 Ländern, darunter auch Deutschland. Welche 200 davon eingestellt werden, blieb vorerst offen. Bell stellte außerdem in Aussicht, dass in den kommenden Jahren noch viele weitere Gamestop-Filialen dicht machen könnten.

Als Retail-Händler hat Gamestop seit Jahren mit dem Trend zu Spiele-Downloads zu kämpfen: Immer mehr Nutzer kaufen ihre Spiele auf Plattformen wie Steam oder im Playstation/Xbox Store direkt als Download und umgehen den Umweg über die physischen Datenträger, die bei Gamestop zu haben sind. In Deutschland wurden 2018 vier von zehn Videospielen als Download verkauft.

Diesen Trend gibt es seit Jahren, zuletzt spitzte er sich aber immer mehr zu. Das liegt unter anderem an den Spiele-Abos, die vermehrt aus dem Boden sprießen. Unter anderem bieten EA, Microsoft, Sony und seit Kurzem auch Ubisoft Spielern eine Bibliothek verschiedener Titel im Abo an. Diese Abo-Spiele werden über die Klienten des jeweiligen Anbieters heruntergeladen.

Ebenfalls problematisch für Verkäufer physischer Datenträger sind die kommenden Cloud-Gaming-Dienste. Unter anderem arbeiten Google, die Deutsche Telekom, Microsoft und Nvidia an Services, über die Nutzer Spiele von einem Rechenzentrum an ihr Endgerät streamen können. Solche Dienste funktionieren entweder ebenfalls über ein Abo oder den Direktkauf eines Spiele-Schlüssels für den Download – physische Datenträger spielen auch in dieser Gleichung keine Rolle. Eine im April angekündigte Variante der Xbox One kommt komplett ohne Laufwerk aus.

Die Zukunft des Spielemarkts nimmt also kaum Rücksicht auf Händler wie Gamestop. Ein Ende des Negativtrends ist also erst einmal nicht zu erwarten. Hoffnung macht Gamestop vielleicht die neue Konsolengeneration, die im kommenden Jahr erwartet wird und Spiele-Verkäufen insgesamt neuen Auftrieb geben dürfte. (dahe)