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Spieleleistung von AMDs Ryzen 7 1800X: Oben gut, unten weniger

Der neue AMD-Prozessor Ryzen 7 1800X soll sich auch besonders gut zum Spielen in WQHD, 4K und VR eignen. In niedrigen Auflösungen und Detailstufen hält er den Erwartungen überraschenderweise nicht stand.

Spieleleistung von AMDs Ryzen 7 1800X: Oben schnell, unten durchwachsen
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AMDs neuer Flaggschiff-Prozessor Ryzen 7 1800X schürt vor allem bei jenen Spielern hohe Erwartungen, die aktuelle Titel mit besonders hohen Bildraten von bis zu 144 Hz oder in Virtual Reality darstellen wollen. Denn dabei kommt es nicht nur auf die 3D-Performance der Grafikkarte an, sondern auch auf den Hauptprozessor, der Geometrie, KI, Physik und Co schnell genug verarbeiten muss.

Der Ryzen 7 1800X schafft in GTA V mit einer Titan X 71 fps (WQHD), ein Core i7-6900K 83 fps.

(Bild: c't)

Beim Spielen in hohen Auflösungen wie WQHD und 4K macht Ryzen eine gute Figur und liefert mehr als genug Performance – High-End-Grafikkarten wie Nvidias Titan X Pascal können mit Ryzen ihre volle 3D-Leistung entfalten. Der 1800X liegt dabei häufig ungefähr auf dem Niveau des 1000 Euro teuren Intel-Achtkernprozessors Core i7-6900K – bei manchen Spielen (WQHD, Titan X) liegt die durchschnittliche Bildrate mal drunter (GTA V, 71 zu 83), bei anderen drüber (Dragon Age Inquisition, 94 zu 92). An den Core i7-7700K kommt Ryzen in den meisten Spielen nicht heran, was primär an der wesentlich höheren Single-Thread-Leistung des Intel-Prozessors liegt (Cinebench: 163 zu 193).

Synthetische 3D-Benchmarks: Ryzen im Vergleich

(Bild: c't)

Im DirectX-12-Benchmark Time Spy treibt der 1800X eine Titan X auf 8977 Punkte; i7-6900K und 7700K kommen auf 9112 beziehungsweise 8021 Punkte. Im VR-Benchmark VRMark Orange Room muss sich der neue AMD-Prozessor beiden Intel-Konkurrenten geschlagen geben (9013 zu 11572/10003 Punkte); beim grafiklimitierten VRMark Blue Room liegen alle bei zirka 3000 Punkten.

Den offiziellen AMD-Benchmarks zufolge hält Ryzen oft mit dem i7-6900K mit - allerdings nur beim Spielen in hohen Auflösungen, also im GPU-Limit. Bei niedrigen Auflösungen fällt er unerwartet deutlich zurück.

(Bild: AMD)

Um die Grafikkarte als begrenzenden Faktor weitgehend auszuschließen, führten wir alle Spiele-Benchmarks auch in der niedrigen 720p-Auflösung durch – jeweils bei hoher und niedriger Detailstufe. Hier kann der Prozessor zeigen, was in ihm steckt und folglich die Bildrate bestimmen. In diesem prozessorlimitierten Szenario hielt Ryzen den Erwartungen nicht stand – die Bildrate lag in den getesteten Spielen klar unter denen der genannten Intel-Prozessoren. Im Vergleich mit dem i7-6900K schaffte Ryzen in Rise of the Tomb Raider nur 137 statt 208 fps im Mittel, bei GTA V 155 fps statt 177 fps, bei Dragon Age Inquisition 127 statt 150 fps und in Mordors Schatten 193 statt 292 fps. Kein Wunder, dass AMD der Presse vorab nur Spiele-Benchmarks in grafiklimitierten Szenen auftischte.

Als wir die Titan X mit einer wesentlich langsameren Radeon R9 Fury X ersetzten, kletterte die Bildrate bei prozessorlimitierten Szenen, war aber im Vergleich zu Intel weiterhin viel zu niedrig. Weder das Abschalten von SMT, Ändern der Energieprofile noch das Ausführen unter der aktuellen Beta-Version des Windows 10 Creators Update brachten eine deutliche Besserung.

Da für Spieler aber ohnehin die 3D-Performance der Grafikkarte an erster Stelle steht, können diese trotzdem gelassen zum Ryzen 7 1800X greifen und auf die Zukunftsfähigkeit des Achtkerners bauen, der nur halb so viel wie Intels Core i7-6900K kostet.

Ausführliche Spiele-Benchmarks, eine detaillierte Beschreibung der Zen-Mikroarchitektur sowie einen Ausblick auf kommende Prozessoren finden Sie in der kommenden c't 6/17 und online bei c't:

(mfi)

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