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Spielzeugroboter als Speerspitze der Service-Robotik

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Spielzeug mit wissenschaftlichem Hintergrund: Das Institut für Autonome Intelligente Systeme der GMD (Halle 16, Stand D59) zeigt auf der CeBIT Edutainment Robotik. Neben Lego-Robotern, der mobilen Roboter-Plattform Kurt2 und einem (allerdings stillgelegten) Team-Mitglied der GMD-Roboterfussballmanschaft zeigen die GMD-Wissenschaftler zwei Entwicklungssysteme für gängige Spielzeugroboter: Dual Dynamics und sE sollen Schüler und Studenten spielerisch an die Steuerung autonomer Roboter gewöhnen – beide Softwarepakete sind Public Domain und auf der Website der GMD herunterzuladen. Sie generieren Code für die Controller gängiger "Spielzeugroboter" wie Lego Mindstorms oder Fischertechnik. Dual Dyamics (DD) ist ein System für "schnelle" Anwendungen, wie sie beispielsweise auch beim Roboter-Fußball auftreten, sE dagegen beinhaltet einen "Modell Checker" und legt besonderen Wert auf Korrektheit und Fehlerfreiheit der Steuerprogramme.

Professor Thomas Christaller, Leiter des GMD-Instituts für Autonome Intelligente Systeme ist überzeugt, dass nur mit dem Einsatz von Edutainment genügend Schüler für das Studium technischer Studiengänge gewonnen werden können. So will die GMD mit Robotik-Workshops speziell auf Schülerinnen in der Oberstufe herantreten. Dem Ansatz werde allerdings, so Christaller, immer noch mit Misstrauen begegnet: "In Deutschland gilt es schon als verdächtig, Lernen mit Spaß zu verbinden". Dabei werde, so der Institutsdirektor, die Robotik in Zukunft in allen Bereichen des Lebens eine zunehmende Rolle spielen – eine "Roboterisierung unserer Gesellschaft" sieht Christaller kommen: Im Haushalt, im Automobilverkehr, in Gebäuden werden immer mehr Service-Roboter eingesetzt. Allerdings müssten die Roboter für diese Zwecke verlässlicher, sicherer und günstiger werden. Spielzeug-Roboter wären daher ideale Plattformen, um die Robotik weiterzuentwickeln: "Spielzeug-Roboter sind die Speerspitze der Service-Robotik".

Einen Baukasten für mobile Roboter zeigt auch Wonderbits – eine Ausgründung der Uni Ulm (Halle 16, Stand B35). Der Kasten enthält ein System, das von einem Infineon C65-Microcontroller gesteuert wird; auf die Hauptplatine können bis zu 32 Erweiterungsplatinen mit Sensoren und Aktuaren aufgesteckt werden. Der Kasten soll speziell an Schulen gehen und etwa 3000 Mark kosten. (wst)