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Spion im Auftrag der Werbung nur eine Ente?

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Meldungen im Internet zufolge enthält Aureate Medias Software für Werbeeinblendungen auch Spionagefunktionen. Die Firma selbst und ein unabhängiger Sicherheitsexperte bestreiten, dass heimlich Daten gesammelt werden.

Aureates Werbeeinblendungen ermöglichen gesponsorte Software. Das System ist bei vielen bekannten Sharewareprogrammen im Einsatz, beispielsweise Cute FTP oder dem Downloadtool Go!Zilla. Nachdem eine E-Mail mit einer halbgaren Analyse bestimmter Komponenten der Werbesoftware im Netz verbreitet wurde, machte die Warnung vor dem "Aureate Spy" schnell die Runde. Dale Haag, Urheber der Originalmail, betonte gegenüber Computer Virus Myths, es habe sich um erste Kommentare gehandelt, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren: "Meine Bemerkungen sind missinterpretiert und aus dem Zusammenhang gerissen worden."

CNN berichtet allerdings, dass Haag weiterhin der Meinung ist, dass Aureates Software in der Lage sei, Computer von Anwendern auszuspionieren. Allerdings gibt es keine Anzeichen, dass die Firma dies tatsächlich macht. Sicherheitsexperte Richard Smith, der unter anderem die heimliche GUID-Übertragung durch Microsoft entdeckt hatte, äußerte nach einer eigenen Analyse der Aureate-Software: "Ich sehe keine Extra-Infos den Rechner verlassen. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gering, dass hier eine krumme Tour abgezogen wird." Auch Aureate selbst beteuert, keine geheimen Datensammlungen zu betreiben.

Es scheint aber unbestritten zu sein, dass sich die Software sehr hartnäckig hält, sobald sie einmal installiert wurde: Auch nach der Deinstallation der gesponsorten Anwendung verbleiben die fraglichen DLLs auf der Festplatte. Smith hält dies allerdings eher für eine Lästigkeit, die eventuell die Systemstabilität mindert, aber kein Sicherheitsloch darstellt. (nl)

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