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Technology Review

Sportwissenschaftler: "Fitnessdaten sind nicht automatisch Gesundheitsdaten!"

Immer mehr Menschen zeichnen Schrittzahl, Strecke, Blutdruck, Herzschlag und weitere Daten auf. Handelt es sich dabei um Fitness-Wahn oder vernünftige Vorsorge? Dabei ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Gadgets arbeiten zuverlässig.

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"Fitnessdaten sind nicht automatisch Gesundheitsdaten!"

Eine kleine Datenzelle im Trainingsshirt begleitete die Fußball-Nationalelf auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014.

(Bild: Adidas)

Immer kleinere und preiswertere Sensoren erleichtern zunehmend die Vermessung des eigenen Lebens durch Wearables. Man trägt die Minicomputer als Armband, Smartwatch oder integriert in Kleidung direkt am Körper. Dort registrieren und errechnen sie die zurückgelegte Strecke, Anzahl der Schritte, Energieumsatz, Körpertemperatur, Herzschlag, Atemfrequenz und vieles mehr. Bisher sind die Fitness-Tracker laut Bernhard Rohleder vom IT-Branchenverband Bitkom in erster Linie Lifestyle-Geräte für junge und gesunde Menschen. Doch das "Quantifiied Self" passt auch hervorragend in das Konzept von Big Data in der Medizin, schreibt die Zeitschrift Technology Review in ihrem Heftschwerpunkt über Wearables in der aktuellen Ausgabe (jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich).

Über den richtigen Umgang mit Fitnessgadgets äußert sich auch Ingo Froböse im TR-Interview. Der Sportwissenschaftler warnt vor jeglichem Schnickschnack und rät dazu, die Tracker nicht ständig am Körper zu tragen – das sei weder für Sporteinsteiger noch für Profis ratsam. Die Anfänger hindere es, ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln, und Profis könnten bei täglicher Nutzung kaum den Langzeiteffekt ihres Trainings überprüfen. Wesentlich sei darüber hinaus die Interpretation der gesammelten Daten, sagt Froböse: "Fitnessdaten sind nicht automatisch Gesundheitsdaten." Zumal Ungenauigkeiten bei der Datenerfassung von bis zu 20 Prozent keine Seltenheit seien.

Das lässt auch eine aktuelle Studie japanischer Wissenschaftler vermuten. Die Arbeitsgruppe um Motohiko Miyachi vom Nationalen Institut für Gesundheit und Ernährung in Tokio überprüfte zwölf Wearables namhafter Hersteller – darunter Fitbit Flex, Garmin vivofit und Jawbone UP24 –, die den Energieumsatz ihrer Träger im Alltag und beim Sport ermitteln sollen. Alle zwölf Geräte fielen glatt durch. Besonders pikant dabei: Vier davon werden auch in der Forschung eingesetzt.

Mehr dazu und über den Themenschwerpunkt Wearables lesen Sie in der neuen Technology Review (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich). (inwu)