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Spotify beantragt Börsenhandel eigener Aktien

Spotify hat in den USA die Genehmigung des Handels eigener Aktien beantragt. Das Unternehmen weist steigende Verluste aus, die sich auf Milliarden summiert haben. Die 71 Millionen zahlenden User legen im Schnitt gut 5 Euro monatlich hin.

Spotify-Logo, weiße In-Ohr-Kopfhörer

Spotify ist in 61 Ländern auf dem Markt.

(Bild: dpa, Ole Spata)

Spotify, der größte Anbieter von Musikstreaming-Abos, möchte, dass seine Aktien an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt werden dürfen. Der entsprechende Antrag liegt seit Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht SEC. Allerdings strebt Spotify keinen klassischen Börsengang mit IPO (Initial Public Offering) an. "Anders als bei einem IPO, ist der Wiederverkauf [von Aktien] durch Aktionäre durch keine Investmentbank garantiert. Die Aktionäre können sich aussuchen, ob sie ihre Aktien […] verkaufen", heißt es in Spotifys Antrag.

Das in Luxemburg registrierte Unternehmen verzichtet also darauf, neue eigene Aktien feilzubieten und damit Geld einzunehmen. Es gibt mithin kein großes Aktienpaket, um das sich beliebige Investoren reißen können. Handel kann nur stattfinden, wenn bestehende Aktionäre belieben, sich von Spotify-Anteilen trennen.

Damit ist auch der Eröffnungspreis völlig unklar. Laut Spotify vorliegenden Informationen wurden die Aktien im laufenden Jahr bei privaten Transaktionen mit 90 bis 132,50 US-Dollar bewertet. Intensiven Handel wird es aber so bald keinen geben: Die meisten Aktionäre müssen nach dem Börsengang 180 Tage zuwarten, bevor sie Aktien abstoßen dürfen.

Die Spotify-Gründer Daniel Ek (Bild) und Martin Lorentzon behalten die Zügel in der Hand.

(Bild: 

Spotify)

Insgesamt wird es annähernd 200 Millionen Spotify-Aktien geben, aber mehr als 570 Millionen Stimmrechte. Diese Differenz kommt durch eine Sonderregelung für die beiden Spotify-Gründer Daniel Ek und Martin Lorentzon zustande. Sie besitzen zusammen etwa 38 Millionen Aktien, bekommen aber zusätzlich Stimmrechtszertifikate im zehnfachen Ausmaß. Damit gehören ihnen zwar nur gut 19 Prozent der Firma, aber etwa 83 Prozent der Stimmrechte. Sollten sie Aktien veräußern, schrumpfen ihre zusätzlichen Stimmrechte im gleichen Ausmaß.

Damit erreicht die Aktiengesellschaft mit einer einzelnen Aktiengattung den gleichen Effekt, wie andere Firmen mit zwei oder gar drei Aktiengattungen. Überhaupt ist der Börsengang auf Kosteneffizienz getrimmt: Die unübliche Aufnahme des Handels ohne IPO spart Millionen, die sonst für eine Werbetour und Gebühren der garantierenden Bank(en) angefallen wären.

Außerdem spart ein flotter Börsengang Zinsen. Ein Teil der Kreditlast Spotifys weist einen Zinsfuß auf, der alle sechs Monate um einen Prozentpunkt steigt, bis Spotify-Aktien an der Börse gehandelt werden können.

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