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Spotify beantragt Börsenhandel eigener Aktien

Milliardenverluste

Inhaltsverzeichnis

Spotify wurde 2006 gegründet und hat 2008 den Betrieb aufgenommen. Seither wurden den Angaben zu Folge mehr als acht Milliarden Euro an Rechteinhaber ausgeschüttet. Der Betrieb ist verlustreich, in Summe sind bis Ende 2017 2,43 Milliarden Euro Betriebsverluste aufgelaufen. Die summierten Nettoverluste verrät Spotify nicht, es handelt sich aber um ein Vielfaches.

Mit zunehmender Nutzerzahl steigen die Betriebsverluste weiter an: 2015 fehlten unter dem Strich 235 Millionen Euro, 2016 349 Millionen und 2017 378 Millionen Euro. Der Nettoverlust stellt diese Entwicklung in den Schatten: Nach 230 Millionen Euro 2015 erreichte er 2016 535 Millionen und 2017 mehr als 1,23 Milliarden Euro.

Ohne Geld ka Musi, sagt der Volksmund.

(Bild: "Edinburgh Buskers" Anthony O'Neil CC BY-SA 2.0 )

Der Musikstreamer betont, dass die Umsätze deutlich stärker steigen, der prozentuale Verlust also sinkt. 2015 wurden 1,94 Milliarden Euro umgesetzt, 2016 2,95 Milliarden und im Vorjahr 4,09 Milliarden. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer ist derweil von 91 Millionen über 123 Millionen auf zuletzt 159 Millionen gestiegen. Davon zahlten 28 Millionen, 48 Millionen respektive 71 Millionen für die "Premium"-Variante, der Rest nutzte die werbefinanzierte Version.

Dass viele Rechteinhaber dennoch sinkende Einnahmen pro Hörvorgang bei Spotify verzeichnen, liegt an zwei Faktoren: Spotify schüttet in der Regel einen Prozentsatz seiner Einnahmen als Tantiemen aus. Dieser Topf wächst also. Doch er wird auf immer mehr Musikstücke verteilt, denn nicht nur gibt es mehr Spotify-User, sie hören im Durchschnitt auch immer mehr Musik. Die Hörstunden sind von 17,4 Milliarden im Jahr 2015 über 26,1 Milliarden 2016 auf 40,3 Milliarden 2017 angestiegen. Diese Wachstumsraten von mehr als 50 Prozent pro Jahr liegen deutlich über dem Zuwachs bei Nutzern und Umsatz.