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Spotify beglückt Musiknerds mit Songinfos

In seiner Desktop-App verrät der Musikdienst Spotify nun auch, wer einen Song schrieb und ihn produzierte. Das soll vor allem Songwriter ein bisschen bekannter machen: Sie stehen oft im Schatten der Musiker.

Spotify beglückt Musik-Nerds mit Song-Details

In den neuen "Songinfos" zeigt Spotify, wer das Lied schrieb und produzierte.

Der Streamingdienst Spotify beglückt Musiknerds mit detaillierten Infos zu den einzelnen Songs. Mit einem Rechtsklick auf einen Track und auf "Mitwirkende anzeigen" erfahren die Nutzer nun auch, wer den Song geschrieben hat und wer als Produzent am Mischpult saß. Fürs Erste nutzt Spotify die Metadaten von den Plattenfirmen und gibt zusätzliche die Quelle an. Nicht immer seien diese Daten vollständig, schreibt Spotify in einer Mitteilung. Die Funktion soll aber wachsen und "effizienter" werden. Zudem will Spotify im Laufe der Zeit weitere Metadaten einbauen. Bislang sind die "Songinfos" nur in der Desktop-App abrufbar. Konkurrent Tidal hatte eine ähnliche Funktion im November vergangenen Jahres eingeführt.

Oft sitzen die Songwriter im Schatten der Künstler. Kaum einer weiß, wer den poppigen Lieblingssong eigentlich verfasst hat – selten sind es die Künstler selbst, zumindest im Pop-Bereich. Die Songwriter seien "eine integrale Kraft hinter der Musik, die wir lieben", findet Tiffany Kumar, "Global Head of Songwriter Relations" bei Spotify. Mit der neuen Funktion will Spotify die Sichtbarkeit der Songschreiber erhöhen, zumindest ein bisschen. Songwriterin Ali Tamposi, die schon für Justin Bieber dichtete, findet die Bemühungen jedenfalls gut: "Wir sind auf unsere Art auch Künstler", zitiert Spotify die Amerikanerin. Sie sei begeistert und dankbar. Frank Dukes, der für Lorde textete, sagt: "Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung."

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Spotify tut einiges, um die Songwriter glücklicher zu machen: Vergangenes Jahr startete etwa die weltweite Initiative "Secret Genius". Sie stellt die Menschen hinter der Musik in den Vordergrund. Teil der des Programms sind etwa Awards, Podcasts und Playlisten, die alle Songs eines Songwriters bündeln. In der Vergangenheit hatte der Streamingdienst immer wieder Ärger mit Songschreibern, Musikern und Verlagen: Erst im Januar musste sich das Unternehmen mit einer Schadensersatzklage in Milliardenhöhe auseinandersetzen. Um die Wogen zu glätten, limitierte Spotify bereits vorher sein kostenloses Angebot und erwarb im April 2017 das Startup Mediachain, um Musikrechte besser zu verwalten. Spotify hatte zudem versprochen, die Künstler angemessen zu entlohnen. Auch den Songwritern dürfte eine faire Bezahlung am wichtigsten sein – egal wie groß ihr Name in der App auch eingeblendet wird.

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(dbe)
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