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Spotify strebt an die Börse, aber ohne IPO

Musikstreamer Spotify möchte seine Aktien an einer US-Börse listen, nimmt jedoch einen ungewöhnlichen Weg: Das Unternehmen bietet keine eigenen neuen Aktien feil.

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Winziges Piano

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Ende Dezember hat sich der schwedische Musikstreaming-Anbieter Spotify bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) registriert. Damit bereitet das Unternehmen einen Börsengang im ersten Quartal des neuen Jahres vor. Das berichtet Axios unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen, auch die Financial Times und das Wall Street Journal schreiben über die Pläne Spotifys. Eine Bestätigung Spotifys gibt es ebenso wenig wie öffentlich einsehbare Unterlagen. Laut Axios werden die entsprechenden Dokumente noch unter Verschluss gehalten.

Außergewöhnlich an Spotifys Börsengang ist, dass das Unternehmen offenbar nicht plant, selbst eigene neuen Aktien feilzubieten (Initial Public Offering, IPO). Es werden also nur jene Aktien gehandelt werden können, die bestehende Aktionäre an der Börse anbieten. Das Unternehmen verzichtet damit zumindest vorerst auf das bei einem IPO auflaufende Kapital, spart aber Zeit und Aufwand sowie die Kosten, die mit einem IPO verbunden sind.

Die Spotify-Gründer Daniel Ek (Bild) und Martin Lorentzon dürften noch 2018 Anteile zu Geld machen können.

(Bild: 

Spotify)

Zusätzlich spart Spotify Zinsen: Ein Teil der Kreditlast weist einen Zinsfuß auf, der alle sechs Monate um einen Prozentpunkt steigt, bis Spotify-Aktien an der Börse gehandelt werden können. Dann können die Gläubiger ihre Forderungen samt Zinsen in rabattierte Spotify-Aktien umtauschen. 90 Tage später dürfen sie diese Anteile wieder verkaufen, während bestehende Aktionäre, darunter auch Mitarbeiter, 180 Tage warten müssen.

Statt Spotify selbst werden also voraussichtlich Gläubiger eine namhafte Zahl an Aktien auf den Finanzmarkt bringen. Werden die Anteile erst einmal gehandelt, wird auch ihr realer Marktwert ersichtlich. Das erleichtert es dem Unternehmen, andere Firmen zu übernehmen und dabei mit eigenen Aktien zu bezahlen. Erst dann können die bisherigen Eigentümer der übernommenen Firma einschätzen, was Spotify-Aktien wert sind, und wie schnell sie zu Geld gemacht werden können.

Am 29. Dezember hat der Musikverlag Wixen eine Milliardenklage gegen Spotify eingebracht. Wixen erhebt darin den Vorwurf, Spotify habe mehr als 10.000 Lieder gestreamt, ohne Lizenzen von Komponisten und Textern erstanden zu haben. Offen ist, welchen Einfluss die Klage auf Spotifys Börsenpläne haben wird.

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