Sprechender Sprachatlas von Bayern steht im Netz

In Bayern gibt es unzählige Dialekt- und Mundart-Varianten. Erzählt beispielsweise ein Franke etwas von einem "Hätscher", versteht auch der Oberbayer meist nur Bahnhof, denn der "Schluckauf" heißt bei ihm selbstverständlich "Schnaggla".

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 67 Beiträge
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der "sprechende Sprachatlas" enthält Tondokumente aus insgesamt 70 Orten in Bayern.

(Bild: Bayerische Staatsbibliothek)

Wer über Bayern erzählt, dort würden nur Bayern leben, macht sich bei den Einheimischen schnell unbeliebt. Schließlich leben im Freistaat – außer den vielen Zugezogenen – allein schon regierungsbezirkstechnisch gesehen Franken, Schwaben und Altbayern, die sich wiederum aufteilen in Ober-, Mittel- und Unterfranken, Ober- und Unterschwaben sowie Oberbayern, Niederbayern und Oberpfälzer. Doch damit nicht genug, gibt es in Bayern auch noch unzählige Dialekt- und Mundart-Varianten. Erzählt beispielsweise ein Franke etwas von einem "Hätscher", versteht auch der Oberbayer meist nur Bahnhof, denn der "Schluckauf" heißt bei ihm selbstverständlich "Schnaggla".

Um auch Nicht-"Bayern" die sprachlichen Eigenheiten und Phänomene des südlichsten deutschen Bundeslandes näher zu bringen, hat die Bayerische Staatsbibliothek jetzt einen Sprachatlas ins Netz gestellt, der Tondokumente aus insgesamt 70 Orten enthält. Für zahlreiche Wörter aus verschiedenen Themenbereichen kann sich der Nutzer die jeweiligen Dialektformen durch Anklicken vorsprechen lassen. Basis des "Sprechenden Sprachatlas von Bayern" sind Karten des "Kleinen Bayerischen Sprachatlas", der wiederum auf dem Material von sechs Sprachatlanten beruht, die als wissenschaftliche Grundlagenwerke an den germanistisch-sprachwissenschaftlichen Lehrstühlen der Universitäten Augsburg, Bayreuth, Erlangen, Passau und Würzburg erarbeitet wurden. (pmz)