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Springer-Chef Döpfner kommt in Netflix-Verwaltungsrat

Von Einzug des Springer-Chefs Mathias Döpfner in den Verwaltungsrat erhofft sich Netflix "wertvolle Perspektiven und wichtige Einblicke".

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Mathias Döpfner

Springer-Verlagschef Mathias Döpfner zieht in den Verwaltungsrat von Netflix ein.

(Bild: dpa, Soeren Stache/Archiv)

Der Chef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, zieht in den Verwaltungsrat des Videostreamingdienstes Netflix ein. Die US-Firma erhoffe sich davon "wertvolle Perspektiven und wichtige Einblicke für den Ausbau und die kontinuierliche Verbesserung unseres weltweiten Angebots", erklärte Netflix-Gründer und Chef Reed Hastings am Dienstag.

Der Verwaltungsrat spielt in US-Unternehmen eine deutlich größere Rolle als die deutschen Aufsichtsräte und bestimmt unter anderem die Strategie mit. Die Berufung Döpfners bedeutet damit schon mal, dass sich die beiden Unternehmen nicht als direkte Rivalen sehen. Im Netflix-Verwaltungsrat sitzen zum Beispiel auch die frühere amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice, Microsoft-Chefjurist Brad Smith und der Chef des Satellitenbetreibers Eutelsat, Rodolphe Belmer.

Gleichauf mit HBO bei Emmy-Verleihung

"Netflix ist einzigartig", erklärte Mathias Döpfner. "Das Unternehmen hat einen weltweit führenden Unterhaltungsdienst geschaffen, der kontinuierlich Neuland erobert und Kreative und Konsumenten gleichermaßen davon profitieren lässt." Döpfner ist seit 2002 Chef des Axel-Springer-Verlags und hat dort die Ausrichtung aufs Onlinegeschäft vorangetrieben, das inzwischen 80 Prozent des EBITDA ausmacht (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Bei Warner Music sitzt er ebenfalls im Verwaltungsrat.

1997 als Online-DVD-Verleih gegründet gehört Netflix zusammen mit Amazon Prime inzwischen zu den Videostreaming-Plattformen, die das Geschäftsmodell linearen Fernsehens gehörig unter Druck setzen. Derzeit hat die Plattform 130 Millionen Abokunden in 190 Ländern. Bei den Verleihungen des bedeutenden US-Fernsehpreises Emmy konnte Netflix mit 23 Auszeichnungen in Wettbewerbsfeld der Primetime-Sendungen erstmals mit dem TV-Programmanbieter HBO gleichziehen. (Mit Material der dpa) / (axk)

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